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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.
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6. Exkurs: Mela Meierhans im Kontext Schweiz

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Der deutsche Musikwissenschaftler Ulrich Mosch stellt in seinem Buch „Entre Denges et Denezy…. Dokumente zur Schweizer Musikgeschichte 1900–2000“ fest, dass „lokale und individuelle Bedingungen“ ebenso einen Einfluss auf das Schaffen eines Komponisten/einer Komponistin haben, wie sein/ihr Erfahrungshintergrund.183 In diesem Sinne wirken natürlich auch auf Mela Meierhans kulturelle Prägungen und die gesellschaftspolitischen Umständen ihrer Sozialisation – sie beeinflussen die künstlerische Persönlichkeit und die beruflichen Möglichkeiten der Komponistin. Doch sind diese Prägungen spezifisch für die Schweiz? Mela Meierhans wächst hier in den sechziger und siebziger Jahren auf, zu einer Zeit also, in der die Szenen der bildenden Kunst und der zeitgenössischen Musik ihres Heimatlandes weitgehend eurozentristisch orientiert sind. Kann dennoch von einer Schweizer musikalischen Identität die Rede sein? Wie kann sich in einem Land, das von einer starken regionalen Differenzierung und dem Zusammentreffen von vier verschiedenen Sprach- und Kulturregionen geprägt ist, eine nationale kulturelle Identität bilden?

Der folgenden Darstellung liegen Überlegungen zur kulturellen Identität der Schweiz und zu ihren musikalischen Zentren und Szenen, insbesondere im Verhältnis zu ihren Nachbarkulturen, zugrunde. Dieser Themenkomplex ist ausführlich wissenschaftlich bearbeitet worden. Von der vertiefenden Darstellung wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit abgesehen. Weiterführende Untersuchungen sind insbesondere jene von Anselm Gerhard und Annette Landau,184 Roman Brotbeck,185 Ulrich Mosch,186 Carlo Piccardi,187 Sigfried Schibli,188 Jacques Wildberger,189 Gérard Zinsstag;190 auch die Aussagen verschiedener meiner Interview-PartnerInnen191 geben Auskunft.192 ← 45 | 46 →

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