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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.
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21. Schaffensphase V: Seit 2011 bis in die Gegenwart

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Die fünfte Schaffensphase beginnt 2011 mit der Komposition von Malina Fragmente und dauert bis zum Abschluss der vorliegenden Arbeit an. Es handelt sich hierbei um das im betrachteten Zeitraum 1999–2011 jüngste Werk der Komponistin. Deshalb kann die fünfte Schaffensphase ausschließlich von Malina Fragmente ausgehend skizziert werden.

Der Übergang in diese neue Schaffensphase wird von der Komponistin als Paradigmenwechsel hin zu einer noch differenzierteren musikalischen Sprache gesehen. Als musikalische Vorbilder gibt die Komponistin für diese Schaffensphase unter anderem Johann Sebastian Bach und Beat Furrer an.1180 Ist es bei Bach vor allem die Faszination für die kompositorische Strenge des Barockkomponisten, so ist es bei Furrer das Bemühen, „der Stimme wieder einen intimen Ausdruck zu verleihen“1181. Sowohl Gesang als auch Gesprochenes sollten „jene körperliche Befindlichkeit besitzen“1182, die Auskunft gibt über das Gegenüber. Alle Abstufungen zwischen Singen und Sprechen werden genutzt.

Hieran anknüpfend stehen für die Komponistin insbesondere die Amalgamierung von Instrumental- und Vokalklang und die Umsetzung des Abstraktions- und Emotions-Konzepts im Mittelpunkt der Veränderungen. Vor allem aber wechselt die Komponistin das Arbeitsmedium: Nach fünfundzwanzig Jahren Tätigkeit als zeitgenössische Komponistin wechselt sie von der computer- zur handgeschriebenen Partitur, denn aus der alltäglichen Kompositionsarbeit reift die Erkenntnis, dass das mit Bleistift zu beschreibende Notenpapier das ideale Medium darstellt, eine Reduktion, die von ihr als sehr reizvoll beschrieben wird.1183

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