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Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht. Bd. 19 (2014) / Annuaire suisse de droit ecclésial. Vol. 19 (2014)

Herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht / Edité sur mandat de l’Association suisse pour le droit ecclésial protestant

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Edited By Dieter Kraus, Wolfgang Lienemann and René Pahud de Mortanges

Inhalt: Jakob Frey: Kirchgemeindeleitung in Zusammenwirken zwischen Kirchenvorsteherschaft und Pfarrerschaft – Samuel Jakob: Reformierte Gemeindeleitung - Das Zürcher «Zuordnungsmodell» – Tanja Sczuka: Das Aargauer Modell der Partnerschaftlichen Gemeindeleitung (PGL) – Silvianne Bürki: Innere und äussere Angelegenheiten im Berner Staatskirchenrecht in historisch-theologischer Sicht – Christina Schmid-Tschirren: Ausgewählte Fragen zum Eigentum an Kirchengut – Daniel Kosch: Denkanstösse zur innerkatholischen Diskussion um die staatskirchenrechtlichen Strukturen – Dieter Kraus: Religionsrechtlich bedeutsame Entscheide des Bundesgerichts im Jahre 2014.
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Reformierte Gemeindeleitung – Das Zürcher „Zuordnungsmodell“

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von Samuel Jakob (Gontenschwil)

1. Grundelemente reformierter Kirchenleitung (Zürcher Prägung)

„Das Wort“: Die reformierte Kirche besteht nach reformierter Auffassung aufgrund des Evangeliums, des „Wortes Gottes“, welches sich in den kirchlichen Handlungsfeldern entfaltet1. Dies bedingt eine starke Stellung der Verkündiger des Wortes Gottes: Diese (erneut seit 2009 nur diese!) sind ordiniert, und geloben dabei, das Wort durch das eigene Leben zu bezeugen2. Sie sind – wie die Kirchenpflege – auf vier Jahre in ihr Amt gewählt und haben die Pflicht, in der Gemeinde zu wohnen (Residenzpflicht).

„Allgemeines Priestertum der Gläubigen“: Dieses Schlagwort der Reformation steht dafür, die Vormachtstellung der Ordinierten zu relativieren: Sie sind in den Reformationskirchen nicht mehr Priester, sondern Pfarrer, und den Nichtordinierten, den „Laien“ – den Vertretern des Volkes (griech.: „laos“) – wird eine Stellung in der Leitung der Kirche gegeben. Die reformierten Kirchen gehen hier weiter als die lutherischen: Während in lutherischen Kirchen der Pfarrer oder die Pfarrerin die Kirchenvorsteherschaft präsidiert, ist dies in der reformierten Zürcher Kirche ← 47 | 48 → seit 1903 nicht mehr der Fall. Im Kirchengesetz von 1963 war die Möglichkeit noch gegeben, auch Pfarrperson in die Kirchenpflege zu wählen, was im Kirchengesetz von 2007 nun explizit ausgeschlossen wird3. Diese Möglichkeit, nur noch vereinzelt wahrgenommen, wurde seit 1963 im Sinne einer klaren Gewaltentrennung zunehmend als störend empfunden, da die Kirchenpflege die Aufsicht über das Pfarramt wahrnimmt4. Als ungeschriebene Regel in den Schweizer Reformierten Kirchen gilt, dass das Pr...

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