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Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht. Bd. 19 (2014) / Annuaire suisse de droit ecclésial. Vol. 19 (2014)

Herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht / Edité sur mandat de l’Association suisse pour le droit ecclésial protestant

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Dieter Kraus, Wolfgang Lienemann and René Pahud de Mortanges

Inhalt: Jakob Frey: Kirchgemeindeleitung in Zusammenwirken zwischen Kirchenvorsteherschaft und Pfarrerschaft – Samuel Jakob: Reformierte Gemeindeleitung - Das Zürcher «Zuordnungsmodell» – Tanja Sczuka: Das Aargauer Modell der Partnerschaftlichen Gemeindeleitung (PGL) – Silvianne Bürki: Innere und äussere Angelegenheiten im Berner Staatskirchenrecht in historisch-theologischer Sicht – Christina Schmid-Tschirren: Ausgewählte Fragen zum Eigentum an Kirchengut – Daniel Kosch: Denkanstösse zur innerkatholischen Diskussion um die staatskirchenrechtlichen Strukturen – Dieter Kraus: Religionsrechtlich bedeutsame Entscheide des Bundesgerichts im Jahre 2014.
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Innere und äussere Angelegenheiten im Berner Staatskirchenrecht in historisch-theologischer Sicht

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von Silvianne Bürki, Cambridge/Bern

Das grundlegendste Gestaltungsprinzip des Berner Staatskirchenrechts ist die Unterscheidung zwischen ,inneren‘ und ,äusseren‘ Angelegenheiten. So legt die Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 fest, dass die Landeskirchen „ihre inneren Angelegenheiten im Rahmen des kantonalen Rechts selbständig“ ordnen (Art. 122 Abs. 1 KV). Im Kirchengesetz1 wird genauer definiert, was zu diesen „inneren Angelegenheiten“ gehört, nämlich „[a]lles, was sich auf die Wortverkündigung, die Lehre, die Seelsorge, den Kultus sowie die religiöse Aufgabe der Landeskirchen, des Pfarramtes und der Kirchgemeinden, die Diakonie und die Mission bezieht“ (Art. 3 Abs. 2 KiG)2. In allen übrigen Belangen, den sogenannt ,äusseren‘ Angelegenheiten, kommt der Kirche lediglich ein „Vorberatungs- und Antragsrecht“ zu (Art. 122 Abs. 3 KV; Art. 3a Abs. 1 KiG). Diese ,äusseren‘ Angelegenheiten umfassen beispielsweise die geographische Umschreibung von Kirchgemeinden3, die Aufnahme von Geistlichen in den bernischen Kirchendienst4 oder die Errichtung5 und Bewirtschaftung6 von Pfarrstellen. Die Kirchenverfassung der Evangelischreformierten Landeskirche des Kantons Bern7 setzt diese im staatlichen ← 81 | 82 → Recht getätigte Unterscheidung selbstverständlich voraus und bestätigt diese, indem sie sich darauf beschränkt, sogenannte ,innere‘ Angelegenheiten zu regeln8. Der Synodalrat erklärt in seiner Einleitung zur Kirchenverfassung, dass die Kirchen im „äusseren“ Bereich „nicht autonom“ sind und gesteht ein, dass dies gelte, obwohl dadurch „ihr Selbstverständnis tangiert ist.“9 Doch was hat es mit dieser Nicht-Autonomie der reformierten Berner Landeskirche auf sich? Wie ist sie entstanden und inwiefern ist sie theologisch begründet...

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