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Munera Friburgensia

Festschrift zu Ehren von Margarethe Billerbeck

Edited By Arlette Neumann-Hartmann and Thomas Schmidt

Margarethe Billerbeck hat sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für die Klassische Philologie eingesetzt. Generationen von Studenten der Fächer Latein und Griechisch hat sie als Ordinaria an der Universität Freiburg (Schweiz) nicht nur durch ihre wissenschaftliche Kompetenz und philologische Genauigkeit gefördert, sondern auch durch ihre grosse Menschlichkeit geprägt. Durch ihre zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sowie ihre Tätigkeit als Herausgeberin wissenschaftlicher Reihen und ihren selbstlosen Einsatz für Institutionen und Projekte im Bereich der Altertumswissenschaften hat sie zugleich weltweit grosse Anerkennung erlangt. So verstehen sich diese Munera Friburgensia, von Kollegen am Institut für Antike und Byzanz, ihren Mitarbeitern und ihren Doktoranden zum Anlass ihres 70. Geburtstages verfasst, als ein Tribut der Freiburger Altertumswissenschaften an eine herausragende Wissenschaftlerin und Dozentin.
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Lukians sophistische Philosophen in den Fugitivi

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← 54 | 55 →BEATRICE WYSS

Anders als es der Titel erwarten lässt, spielen im szenischen Dialog Fugitivi nicht entlaufene Sklaven die Hauptrolle, sondern die personifizierte Philosophie. Ihre Klage über den Zustand der Philosophie und der Philosophen auf der Erde bildet das Zentrum des Dialogs (4–21) und der folgenden Bemerkungen. Ich werde Lukians querella philosophiae einer geistesgeschichtlich-literarischen Betrachtung unterziehen und Lukians Vertrautheit mit damals aktuellen literarischen Themen aufzeigen.1

Die Schrift (33 Paragraphen) gliedert sich in zwei Teile: Der erste, längere Teil handelt im «Himmel», im Olymp (1–23), der zweite, kürzere, auf der Erde, in Thrakien (24–33). Anlass des Dialogs ist die Selbstverbrennung des Peregrinos Proteus anlässlich der olympischen Spiele 165 n. Chr., die Lukian im Dialog Peregrinos thematisiert (1–3, 7).2 Der Auftritt einer weinenden Frau, der Philosophie, entzieht diesem spektakulären Ereignis die Aufmerksamkeit. Die Philosophie beklagt sich über Scheinphilosophen (4–21), zu deren Bestrafung Jupiter den Hermes mit Herakles und der Philosophie auf die Erde sendet (22–23). Der zweite, kürzere Teil umfasst die Reise der Gruppe auf die Erde, nach Thrakien, genauer nach Philippopolis (heute Plovdiv in Bulgarien, 24–25). Hier überstürzen sich die Ereignisse, denn eine Gruppe von Männern sucht drei entlaufene Sklaven und eine Frau (27–28). Mit Orpheus’ Hilfe (man ist in Thrakien), und Orpheus kennt Herkules, weil sie zusammen auf grosser Fahrt waren (Argonauten), findet man die Entlaufenen gleich im Haus ← 55 | 56 →nebenan (29). Die Frau hat ihren Ehemann...

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