Show Less
Restricted access

Munera Friburgensia

Festschrift zu Ehren von Margarethe Billerbeck

Edited By Arlette Neumann-Hartmann and Thomas Schmidt

Margarethe Billerbeck hat sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für die Klassische Philologie eingesetzt. Generationen von Studenten der Fächer Latein und Griechisch hat sie als Ordinaria an der Universität Freiburg (Schweiz) nicht nur durch ihre wissenschaftliche Kompetenz und philologische Genauigkeit gefördert, sondern auch durch ihre grosse Menschlichkeit geprägt. Durch ihre zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sowie ihre Tätigkeit als Herausgeberin wissenschaftlicher Reihen und ihren selbstlosen Einsatz für Institutionen und Projekte im Bereich der Altertumswissenschaften hat sie zugleich weltweit grosse Anerkennung erlangt. So verstehen sich diese Munera Friburgensia, von Kollegen am Institut für Antike und Byzanz, ihren Mitarbeitern und ihren Doktoranden zum Anlass ihres 70. Geburtstages verfasst, als ein Tribut der Freiburger Altertumswissenschaften an eine herausragende Wissenschaftlerin und Dozentin.
Show Summary Details
Restricted access

Viles vates mit literarischen Ansprüchen: Das Selbstverständnis der römischen Autoren im vandalischen Nordafrika

Extract

← 228 | 229 →HELEN KAUFMANN

Trotz der beträchtlichen Anzahl an Studien über das vandalische Afrika, die in den letzten zwanzig Jahren publiziert wurden, harren gewisse Aspekte noch immer einer genaueren Untersuchung. So haben sich beispielsweise literaturwissenschaftliche Arbeiten vor allem mit einzelnen Texten oder Autoren befasst, während übergreifende Themen vorwiegend historisch behandelt wurden. Der vorliegende Beitrag wirkt dieser Tendenz entgegen, indem er das Selbstverständnis der römischen Dichter und Prosaschriftsteller in Nordafrika zur Zeit der vandalischen Könige (429–533 n. Chr.) ins Zentrum stellt: Wie beschreiben die römischen Autoren dieser Zeit ihre Kompetenz, Position und ihr Werk und inwiefern ist ihr Selbstverständnis typisch für ihre spezifische geographische und historische Situation? Die Selbsteinschätzung der Autoren wird im Folgenden anhand von expliziten und impliziten Aussagen in den Texten untersucht; in einem zweiten Schritt wird sodann der Frage nach dem typisch vandalisch-römischen Element in einem Vergleich mit nach-vandalischen sowie einem zeitgenössischen gallorömischen Autor nachgespürt.

Aus dem vandalischen Nordafrika sind uns eine gute Zahl römischer Autoren und Texte überliefert. Manche lassen sich durch direkte Bezüge auf einen der Könige, z.B. Dracontius (Gunthamund im incipit der Satisfactio), Luxorius (Hilderich in Anth. 203,1), Flavius Felix (Thrasamund in Anth. 210,7), Florentinus (Thrasamund in Anth. 376,2), Cato (Hunerich in Anth. 387,1), Victor von Vita (Hunerich und Geiserich im Titel seines Werks) eindeutig in jene Zeit datieren, bei anderen, z.B. Ps. Vict. Vit. pass. und Anth. 90–197...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.