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Santiago de Compostela

Pilgerarchitektur und bildliche Repräsentation in neuer Perspektive

Bernd Nicolai and Klaus Rheidt

Die Kathedrale von Santiago de Compostela, als Ziel und Höhepunkt der Pilgerwege zum Jakobsgrab, darf heute mehr denn je Aufmerksamkeit beanspruchen, nicht nur als Ziel des Jakobsweges, sondern vor allem als architektonische und kulturgeschichtliche Quelle. Das mehrjährige Forschungsprojekt von Bernd Nicolai, Universität Bern und Klaus Rheidt, Universität Cottbus, «Die Kathedrale von Santiago de Compostela – Gestalt, Funktion und Programm», das den Bau und seinen architektur- und kunstgeschichtlichen Kontext von Grund auf neu untersucht, legt hier eine Zwischenbilanz vor. Der Band präsentiert erstmalig Ergebnisse zu Bauverlauf und Ausstattung auf der Basis einer neuen Bauforschung, Baugeschichte und Quellenanalyse und konfrontiert sie mit aktuellen internationalen Forschungen in Spanien, den USA, der Schweiz, Deutschland, England und Frankreich zum Themenbereich der Pilgerstraßenarchitektur und -skulptur.
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Die Kapitelle im Langhaus der Kathedrale von Santiago de Compostela

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Anke Wunderwald

Die Bildhauerwerke der Pilgerbasilika von Santiago de Compostela bieten in ihrer großen Anzahl und Vielfalt ideale Voraussetzungen zur Untersuchung von Skulpturenausstattungen in sakralen Großbauten und sind ein herausragendes Beispiel für mittelalterlichen Baudekor auf der Iberischen Halbinsel. Auch wenn die baugebundene Skulptur der Kathedrale seit langem in der Forschung diskutiert wird, liegen in Bezug auf die Kapitelle bisher nur Studien zu einzelnen Werkstätten und Teilbereichen der Kathedrale vor, die nicht den Gesamtbestand im Blick haben. Dies mag daran liegen, dass viele Kapitelle von späteren Ein- und Umbauten verdeckt und besonders in den Außenbereichen nur aus der Ferne sichtbar sind.1 Um den großen Bestand von über 850 Stücken im Innen- und Außenbereich zu dokumentieren und dabei auch schwer zugängliche Kapitelle, beispielsweise im barocken Orgelprospekt oder hinter dem barocken Hauptaltar, zu erfassen, war es notwendig ein flexibles Dokumentationssystem zu schaffen, das eine ständige Erweiterung erlaubt (Abb. 1).2 Nach Registrierung der einzelnen Stücke fand eine kunsthistorische Untersuchung statt, bei der die Fragen nach den ausführenden Werkstätten und ihrem Verhältnis zueinander im Mittelpunkt standen. Der folgende Beitrag ist aus dieser Gesamtbetrachtung hervorgegangen und stellt die im Langhaus gewonnenen Erkenntnisse vor.

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