Show Less
Restricted access

Kann Literatur Zeuge sein?- La littérature peut-elle rendre témoignage ?

Poetologische und politische Aspekte in Herta Müllers Werk - Aspects poétologiques et politiques dans l’œuvre de Herta Müller

Series:

Dorle Merchiers, Jacques Lajarrige and Steffen Höhne

Kann Literatur Zeuge sein? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Kongressakten, die aus der Tagung über Herta Müller im November 2012 in Montpellier hervorgegangen sind. Dabei wird das Werk von Herta Müller aus unterschiedlichen und komplementären Blickwinkeln betrachtet: von der Geschichte und der Kulturgeschichte aus, der Ästhetik und der Politik, der Linguistik und der Poetologie, der Psychologie und der Philosophie. Diese Perspektiven verbinden und ergänzen sich, sie beleuchten Spuren einer Ästhetik des Widerstands, die sich in Müllers Werk immer wieder manifestiert, und versuchen gleichzeitig auch erinnerungskulturelle und postkoloniale Fragestellungen auszuloten.
La littérature peut-elle rendre témoignage ? Cette question est au centre du présent volume, qui réunit les actes d’un colloque sur Herta Müller, organisé en novembre 2012 à Montpellier. Les approches sont diverses et complémentaires : historiques et culturelles, esthétiques et politiques, linguistiques et poétologiques, psychologiques et philosophiques. Ces différentes perspectives se conjuguent pour dégager les traces d’une esthétique de la résistance qui se manifeste en de nombreux endroits de l’œuvre de Herta Müller et pour tenter de répondre aux questionnements liés aux cultures de la mémoire et au post-colonialisme.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract



Die leitmotivische Frage nach der Zeugenschaft von Literatur stand im Zentrum einer Tagung zu Person und Werk Herta Müllers, die spätestens seit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2009 zu einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen avanciert sein dürfte und mit der die gesamte Banater deutsche wenn nicht gar rumäniendeutsche Literatur insgesamt einen deutlichen Aufmerksamkeitsschub erleben konnte. Dabei steht Müllers literarisches Werk schon länger im Fokus von Literaturkritik und literaturwissenschaftlicher Forschung, die sich seit dem Erstlingswerk Niederungen intensiv mit Herta Müller auseinandergesetzt haben.

Vor diesem literatur- und forschungspolitischen Hintergrund haben sich Germanisten und Kulturwissenschaftler aus Montpellier, Toulouse und Weimar zu einer internationalen Tagung entschlossen, die in Montpellier vom 22. bis 24. November 2012 durchgeführt werden konnte. Anknüpfend an eine erste Tagung zur „Rumäniendeutschen Literatur. 40 Jahre „Aktionsgruppe Banat“ im Jahr 2011, die ebenfalls in Montpellier stattfand,1 befassten sich diesmal Fachvertreter und Fachvertreterinnen aus Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und Rumänien mit den Quellen und Theorien, den Modellen und Kontexten von und in Herta Müllers Vita und Werk, wobei eine gleichermaßen regionale wie ästhetische Einordnung erfolgte. Die Beiträge setzen sich darüber hinaus mit der im Werk sich konstituierenden poetischen Ordnung der Dinge auseinander und befassen sich mit Fragen von verzerrten Identitäten und Bildern an der Grenze zur Normalität. Beleuchtet werden ferner Spuren einer Ästhetik des Widerstands, die sich in Müllers Werk immer wieder manifestiert, so wie auch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.