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Kann Literatur Zeuge sein?- La littérature peut-elle rendre témoignage ?

Poetologische und politische Aspekte in Herta Müllers Werk - Aspects poétologiques et politiques dans l’œuvre de Herta Müller

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Edited By Dorle Merchiers, Jacques Lajarrige and Steffen Höhne

Kann Literatur Zeuge sein? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Kongressakten, die aus der Tagung über Herta Müller im November 2012 in Montpellier hervorgegangen sind. Dabei wird das Werk von Herta Müller aus unterschiedlichen und komplementären Blickwinkeln betrachtet: von der Geschichte und der Kulturgeschichte aus, der Ästhetik und der Politik, der Linguistik und der Poetologie, der Psychologie und der Philosophie. Diese Perspektiven verbinden und ergänzen sich, sie beleuchten Spuren einer Ästhetik des Widerstands, die sich in Müllers Werk immer wieder manifestiert, und versuchen gleichzeitig auch erinnerungskulturelle und postkoloniale Fragestellungen auszuloten.
La littérature peut-elle rendre témoignage ? Cette question est au centre du présent volume, qui réunit les actes d’un colloque sur Herta Müller, organisé en novembre 2012 à Montpellier. Les approches sont diverses et complémentaires : historiques et culturelles, esthétiques et politiques, linguistiques et poétologiques, psychologiques et philosophiques. Ces différentes perspectives se conjuguent pour dégager les traces d’une esthétique de la résistance qui se manifeste en de nombreux endroits de l’œuvre de Herta Müller et pour tenter de répondre aux questionnements liés aux cultures de la mémoire et au post-colonialisme.
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Herta Müllers frühe Erzählungen. Kontexte, literarisches Umfeld und formende Impulse: Olivia Spiridon

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OLIVIA SPIRIDON

Herta Müllers frühe Erzählungen. Kontexte, literarisches Umfeld und formende Impulse

1. Vorbemerkungen

Die 1965 in Rumänien eingeleitete Liberalisierung setzte in der rumäniendeutschen literarischen Landschaft verschiedene Entwicklungen in Gang. Auf der einen Seite wanderte Ende der 1960er-Jahre eine ganze Reihe rumäniendeutscher Schriftsteller in die Bundesrepublik Deutschland aus. Sie hinterließen klaffende Lücken im deutschen Literaturbetrieb. Dazu gehörten unter anderen Schriftsteller mit Haft- und Deportationserfahrung wie Wolf von Aichelburg, Hans Bergel, Andreas Birkner, die nach der Generalamnestie von 1964 aus der Haft entlassen wurden, sowie der Dichter Oskar Pastior, aber auch die Schriftsteller Dieter Schlesak und Paul Schuster.

Auf der anderen Seite kam es zu einer institutionellen Reformierung, worauf beispielsweise die Neuorganisierung der deutschsprachigen Verlage aus Rumänien hinweist. Die beiden deutschen Abteilungen der rumänischen Verlage, der Staatsverlag für Literatur und Kunst (ESPLA) und der Jugendverlag, 1948 ins Leben gerufen, wurden in eine Anzahl kleiner, überschaubarer und thematisch strukturierter Verlage aufgespalten. Im Zuge dieser Neuorganisierung entstand 1969 auch der Kriterion Verlag, als Hauptverlag für die Minderheiten. Bei anderen Verlagen wurde je ein Lektor für deutsche Bücher eingestellt, so beim Dacia Verlag in Klausenburg, bei Facla in Temeswar, beim Kinderbuch-Verlag Ion Creangă und beim Meridiane Verlag. Aber auch andere Verlage brachten sporadisch deutsche Bücher heraus, so der Akademie-Verlag, der Technische Verlag und der Albatros-Verlag (Jugendbuch-Verlag).

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