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Kann Literatur Zeuge sein?- La littérature peut-elle rendre témoignage ?

Poetologische und politische Aspekte in Herta Müllers Werk - Aspects poétologiques et politiques dans l’œuvre de Herta Müller

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Dorle Merchiers, Jacques Lajarrige and Steffen Höhne

Kann Literatur Zeuge sein? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Kongressakten, die aus der Tagung über Herta Müller im November 2012 in Montpellier hervorgegangen sind. Dabei wird das Werk von Herta Müller aus unterschiedlichen und komplementären Blickwinkeln betrachtet: von der Geschichte und der Kulturgeschichte aus, der Ästhetik und der Politik, der Linguistik und der Poetologie, der Psychologie und der Philosophie. Diese Perspektiven verbinden und ergänzen sich, sie beleuchten Spuren einer Ästhetik des Widerstands, die sich in Müllers Werk immer wieder manifestiert, und versuchen gleichzeitig auch erinnerungskulturelle und postkoloniale Fragestellungen auszuloten.
La littérature peut-elle rendre témoignage ? Cette question est au centre du présent volume, qui réunit les actes d’un colloque sur Herta Müller, organisé en novembre 2012 à Montpellier. Les approches sont diverses et complémentaires : historiques et culturelles, esthétiques et politiques, linguistiques et poétologiques, psychologiques et philosophiques. Ces différentes perspectives se conjuguent pour dégager les traces d’une esthétique de la résistance qui se manifeste en de nombreux endroits de l’œuvre de Herta Müller et pour tenter de répondre aux questionnements liés aux cultures de la mémoire et au post-colonialisme.
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Ein „einziges fremdes Gebilde“ – zum Grotesken bei Herta Müller: Katharina Molitor

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KATHARINA MOLITOR

Ein „einziges fremdes Gebilde“ – zum Grotesken bei Herta Müller1

1. Zum Grotesken im Allgemeinen

Das Groteske selbst verweist auf eine lange Begriffstradition. Es hat sich im Laufe seiner Erforschung seit dem 15. Jahrhundert vom engen Begriff der Ornamentbezeichnung in antiken Fresken hin zu einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Kategorie entwickelt, die die verschiedensten Kunstformen durchzieht. Es versteht sich sowohl als punktuelles ästhetisches Stilmittel als auch im erweiterten Sinne als eigenständige Gattung der Moderne. In der aktuellen Auflage des Reallexikons der deutschen Literaturwissenschaft wird es bestimmt als

Prinzip ästhetischer Gestaltung in Literatur und bildender Kunst, das sich phantasievoller und oft unvermittelt eintretender Kombinationen von Heterogenitäten bedient, die beispielsweise Ornamentales und Monströses, Grauen und Verspieltheit oder Derbkomisches und Dämonisches beinhalten. Es entsteht im Wechselspiel der Perspektiven, Modi und Diskurse und wiederholt sich in der Rezeption als bis zum Wahrnehmungsschrecken gehende Irritation, als Schaukelbewegung zwischen Illusions- und Desillusionsbildung: durch Übersteigerung und Deformation der Realität.2

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