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Wolf von Niebelschütz

Leben und Werk. Eine Biographie

Dominik Riedo

Wolf von Niebelschütz (1913–1960) erzielte erst nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Durchbruch als Schriftsteller. Sein Nachruhm übertrifft allerdings die Beachtung zu Lebzeiten noch und gründet sich auf die beiden Hauptwerke Der Blaue Kammerherr (1949) und Die Kinder der Finsternis (1959). Diese erste umfassende Biographie zeigt, wie Niebelschütz im von der Gruppe 47 dominierten bundesdeutschen Literaturbetrieb mit konservativen Positionen zunehmend ins Abseits geriet und durch seine scheinbare Unzeitgemäßheit zugleich Werke schuf, die es rechtfertigen, von einem großen literarischen Einzelgänger und Formkünstler zu sprechen. Dieses Buch verfolgt den Weg von Niebelschütz vom Journalisten zum bedeutenden Gegenwartsautor und bezieht dabei weniger beachtete Gattungen wie Lyrik, Dramatik, Firmenporträts (‘Industrieschriften’), Essayistik, Reden und auch Unveröffentlichtes sowie Tagebücher, Briefe und weitere private Dokumente mit ein. Biographisches wie die Debatte um Niebelschütz’ umstrittene Rolle im Nationalsozialismus zwischen Anpassung und Auflehnung, so auch während seiner Wehrmachtszeit, wird durch die Auswertung unbekannter Quellen auf eine neue Grundlage gestellt.
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8. Die Dramen

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8. Die Dramen

Frühe Spuren von Theaterarbeiten / Das Drama als noch nicht bearbeitete Gattung / Auswärtige Angelegenheiten um Metternich in Prag – Eulenspiegel in Mölln – Das Nichts. Eine Masken-Tragödie – Kleinere dramatische Arbeiten – Zusammenfassung: Der Dramatiker

Das Endergebnis des Dramenbaues heißt Ibsen, der konsequente Konstrukteur; wer aber jemals, um wieder zum Gewölbe zu kommen, Vierzehnheiligen oder Neresheim sah, erträgt es nicht, wenn die Kunst nur noch richtig ist, sondern sehnt sich nach Balthasar Neumann. In unserem Falle: er wünscht sich Shakespeare zurück, bei dem es ganz wirr gebaute Stücke gibt, zum Exempel ›Der Widerspenstigen Zähmung‹, dafür aber Fülle, Wärme, schweifende Phantasie.

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