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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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IV. Ergänzung (1) Erkenntnistheorie

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IV. Ergänzung (1) Erkenntnistheorie

1. Erkenntnistheorie als Teil einer allgemeineren Theorie des Erfassens

Nachdem in den Kapiteln II und III die Rede davon war, wie Organismen in ihren Grundzügen zu verstehen sind und bevor in nächsten Schritten die Unterschiede zwischen einfachen und komplexen Organismen sowie diejenigen zwischen Gegenständen und Organismen herausgearbeitet werden können, sind zusätzliche Anstrengungen nötig, um Organismen bis hinab zu ihren einfachsten Formen zu verstehen. Es geht jetzt um die genauere Beschreibung von Zeichenprozessen, die immer zugleich Erkenntnisprozesse und Lebensprozesse sind. Oder anders gesagt: Erkenntnis lässt sich erst dann und nur dann verstehen, wenn sie als den Lebensprozessen zugehörig verstanden werden.

Wenn es gelingt, die Semiotik – die Philosophie und Wissenschaft der Zeichen – so zu konzipieren, dass Zeichen nicht als fixe und starre Dinge, sondern als Teil eines ständigen Werdens verstanden werden, lassen sich die Aporien, in welche die Erkenntnistheorien der Vergangenheit immer wieder gerieten, vermeiden. Von Whitehead wurde eine Erkenntnistheorie dieser Art entwickelt, sie hat aber bis heute nur wenig Echo gefunden. Ein Grund dafür könnte u. a. darin zu finden sein, dass sich der philosophische und erkenntnistheoretische Mainstream während vieler Jahrzehnte stark dem physikalistischen Monismus verschrieben hat und nur schwer wieder aus den Irrungen und Wirrungen, in welche diese Art des Denkens führt, herausfindet. Es kommt erschwerend hinzu, dass sich Whitehead (a) einer Sprache bedient, welche den darin enthaltenen, erkenntnistheoretischen Sprengstoff nur schwer erkennen lässt und...

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