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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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V. Einfache und komplexe Organismen

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V.  Einfache und komplexe Organismen

1. Der Code

a. Allgemeines

Der Begriff des ‚Codes‘ wurde v. a. im Rahmen der allgemeinen Systemtheorie in den wissenschaftlichen und philosophischen Diskurs eingeführt. Er bezeichnet ein zusammenhängendes und geordnetes System von Zeichen. Dieses System unterliegt Ordnungsegeln, welche besagen, wie die Zeichen miteinander verbunden werden müssen, damit dadurch ein geordnetes Ganzes entsteht. Diese Regeln werden Syntax genannt. Die in einem Code enthaltenen Zeichen sind absichtlich geschaffen, es handelt sich um intentionale Zeichen. So wurde denn auch der Codebegriff zuerst für Zeichensysteme gebraucht, welche von Menschen geschaffen wurden (z. B. Morsecode oder Geheimcodes in der Spionage). Im Gegensatz dazu sind natürliche Zeichen erratisch und nicht Teil eines Systems.113

Auf die Bedeutung von Codes innerhalb der Natur wurde man erst richtig aufmerksam, als im Laufe der 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts der sog. Gencode entschlüsselt und in seiner für alles Leben enormen Bedeutung erkannt wurde. Seither steht der genetische Code als Exempel dafür, wie Zeichensysteme das Geschick von Lebewesen bestimmen und wie es bei Störungen der codevermittelten Produktion von Aussagen zu biologischen Katastrophen (z. B. zu schweren Erbkrankheiten) kommen kann.

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