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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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VI. Ergänzung (2): Organismen als Einheit

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VI. Ergänzung (2): Organismen als Einheit

1. Der Teil, das Ganze und die Einheit

a. Der Begriff der ‚Einheit‘

Es soll nachfolgend die These stark gemacht werden, dass Quantenobjekte und darüber hinaus auch makroskopische Organismen (d. h. Tiere, Menschen etc.) auch als unteilbare Einheiten verstanden werden können. Damit stehe ich in Übereinstimmung mit mehreren neueren, Whitehead rezipierenden Autoren, welche ebenfalls fordern, Makroorganismen als Einheiten zu konzeptualisieren, diese Forderung und das dazugehörige philosophische Programm dann allerdings ebenso wenig in die Tat umsetzen, wie dies bei Whitehead selber der Fall war.130

In diesem Zusammenhang ist es als erstes nötig, eine genauere Begriffsklärung von Einheit vorzunehmen. Dabei ist mir wohl bewusst, wie riskant ein solches Unternehmen ist, hat doch die Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass der Einheitsbegriff und die durch diesen Begriff bezeichneten Objekten schwer zu fassen sind.131 So gemahnen die Erfahrungen der Vergangenheit zur Vorsicht: Dem will ich Rechnung tragen, indem ich vom Gegenteil der Einheit – der Vielheit – herkommend, versuche, mich dem Themenkomplex Schritt für Schritt zu nähern. Vielheiten sind uns allbekannt, sie kommen überall und immer in reichlichem Ausmass vor und bevölkern in reichem Masse unsere alltägliche Lebenswelt. Sie unterscheiden sich untereinander in der Art und Intensität ihrer Verbundenheit. ← 131 | 132 →

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