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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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IX. Zusammenfassung und praktische Konsequenzen

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IX.   Zusammenfassung und praktische Konsequenzen

1. Zusammenfassung

a. Philosophie der Organismen

i. Es gilt: „Der Organismus ist das Principium der Dinge“. Dies bedeutet eine Abkehr vom Grundsatz, dass tote Dinge die Grundlage der aktual existierenden Welt abgeben. Aus einem physikozentrischen wird so ein biozentrisches Weltbild. Es ist dies ein alter, von vielen Philosophen immer wieder geäusserter Gedanke. Er hat den Vorteil, dass die schwierige Aufgabe, das Lebendig-Werden des Toten zu erklären, entfällt. Der Organismus ist das Primäre, das Tote – der Gegenstand der Physik und Chemie – das Sekundäre.

ii. Wenn alles im Prinzip Leben ist, geht es in einem weiteren Schritt nur noch darum, verständlich zu machen, wie es dazu kommen kann, dass Organismen absterben und zu Dingen, Sachen und Gegenständen verkommen können. Die Antwort darauf lautet: durch nicht (oder wenig) organisiertes Zusammenklumpen von sehr vielen Organismen.

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