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Den Himmel öffnen …

Bild, Raum und Klang in der mittelalterlichen Sakralkultur

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Edited By Therese Bruggisser-Lanker

In seiner ersten Übersetzung der Artes-liberales-Enzyklopädie des Martianus Capella hat Notker der Deutsche aus dem Kloster St. Gallen um das Jahr 1000 festgehalten, dass die freien Künste dem Menschen den Himmel öffnen. Zu ihnen gehörte auch die Musik, die ihren letzten Sinn aus der Analogie zur vollkommenen Harmonie der zahlhaften Struktur des Kosmos bezog, dem konstitutiven Prinzip absoluter Schönheit und Ausgewogenheit. Im Akt des anagogischen Aufstiegs zur höchsten und innersten Wahrheit – ausgehend von der Wahrnehmung im Sinnesvermögen – prägte sich in der Meditation der göttlichen Geheimnisse im inneren Hören und Sehen ein Ethos aus, das als Seelenbildung den ganzen Menschen erfassen sollte. Die künstlerischen Ausdrucksformen dienten dazu, unter Wahrung der Transzendenz dem Göttlichen eine mediale Präsenz im Diesseits zu verleihen, die sich in der Ästhetik des Ritus wie der Architektur und Ausstattung der Kirche verdichtete. Dieser Bedeutungsraum der Andacht spiegelt das geistige Sinngebäude des Mittelalters, das sich vom Irdischen zum Himmlischen weitet und das Erschaffene auf das Ewige hin transparent macht.
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Reihenübersicht

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← 160 | 161 →PUBLIKATIONENDER SCHWEIZERISCHEN MUSIKFORSCHENDEN GESELLSCHAFT, Serie II

Lieferbar sind:

Band 2:Hans Peter Schanzlin, Johann Melchior Gletles MotettenEin Beitrag zur schweizerischen Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts.

Band 7:Maria Taling-Hajnali, Der fugierte Stil bei Mozart

Band 8:Frank Labhardt, Das Sequentiar Cod. 546 der Stiftsbibliothek von St. Gallen und seine Quellen.Teil I: Textband. Teil II: Notenband.

Band 9:Vergriffen.

Band 10:Salvatore Gullo, Das Tempo in der Musik des 13. und 14. Jahrhunderts.

Band 12:Theodor Käser, Die Leçon de Ténèbres im 17. und 18. JahrhundertUnter besonderer Berücksichtigung der einschlägigen Werke von Marc-Antoine Charpentier.

Band 14:Pierre Tagmann, Archivistische Studien zur Musikpflege am Dom von Mantua 1500–1627.

Band 15:Raimund Rüegge, Orazio Vecchis geistliche Werke.

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