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Theorie²

Potenzial und Potenzierung künstlerischer Theorie

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Edited By Eva Ehninger and Magdalena Nieslony

Mit den Begriffen «Potenzial» und «Potenzierung» lassen sich zwei Momente fassen, die die theoretische Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern ebenso wie die kunstwissenschaftliche Arbeit über diese Theorieproduktion beschreiben. Das Potenzial künstlerischer Theorie für die Kunstwissenschaft wird in jenem Moment evident, in dem man sich darauf einigt, dass die häufig verwendete Gegenüberstellung von künstlerischer Theorie und Praxis nicht überzeugt, insofern Theorie Teil einer künstlerischen Praxis sein, und künstlerische Praxis umgekehrt theoretischen Impetus tragen kann. Mit der Potenzierung künstlerischer Theorie ist die Tatsache beschrieben, dass die Verschränkung von Theorie und Praxis im Laufe der Moderne und verstärkt nach 1960 selbst zum künstlerischen Format geworden ist. Die hier versammelten Aufsätze diskutieren diese Phänomene und die Problematik des Umgangs mit künstlerischer Theorie – eine grundlegende methodische Frage der Kunstwissenschaft. Sie nehmen diesbezüglich exemplarische künstlerische Positionen seit der klassischen Moderne bis in die Kunst der Gegenwart in den Blick.
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Bedeutungen des Suprematismus. Text und Bild im Œuvre von Kazimir Malevič: Magdalena Nieslony

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Bedeutungen des Suprematismus. Text und Bild im Œuvre von Kazimir Malevič

MAGDALENA NIESLONY

Kazimir Malevič hinterließ ein umfangreiches und vielfältiges Œuvre, in dem neben den bildnerischen Werken Texte eine gleichberechtigte Rolle spielen. Insofern ist sein Schaffen mit demjenigen von Wassily Kandinsky und Piet Mondrian vergleichbar, die ihre gegenstandslose Malerei ebenfalls mit einer beeindruckend ertragreichen Textproduktion flankierten.1 Die Fülle von Malevičs Schriften kam aber nur langsam ans Licht, denn durch die schwierigen historischen Umstände wurde sein schriftlicher Nachlass von sowjetischer Seite kaum bearbeitet, seine unveröffentlichte Textproduktion buchstäblich in alle Welt zerstreut; somit war er bis vor wenigen Jahren weder in ihrem Umfang noch in ihrer Entwicklung fassbar. Erst nach der politischen Wende war es möglich, Malevičs Texte in einer Ausgabe zusammenzuführen; die zwischen 1995 und 2004 in fünf Bänden publizierten Gesammelten Werke2 machen nun zum ersten Mal nicht nur die bekannteren Texte zugänglich, sondern auch die vielen kaum beachteten Artikel, die der Künstler in verschiedenen Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlichte, sowie den schriftlichen Nachlass, zu dem auch die erhaltenen Kapitel des Hauptwerks Suprematismus. Die Welt als ← 63 | 64 → Gegenstandslosigkeit oder ewige Ruhe gehören.3 Die Ausgabe bietet inzwischen zumindest dem russischsprachigen Leser eine zuverlässige und kritisch kommentierte Quellensammlung und damit eine solide Grundlage für hermeneutische Arbeit.4 Doch auch davor konnte man einen wenn auch fragmentarischen, so doch aussagekräftigen Einblick in Malevičs Kunsttheorie und Philosophie gewinnen, denn bereits in den...

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