Show Less

«Krisenwahrnehmungen in Deutschland um 1900". -Zeitschriften als Foren der Umbruchszeit im wilhelminischen Reich - "Perceptions de la crise en Allemagne au début du XXe siècle.» - Les périodiques et la mutation de la société allemande...

Series:

Michel Grunewald and Uwe Puschner

Die vermittelte oder erlebte Erfahrung eines beschleunigten Wandels in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft charakterisierte über alle gesellschaftlichen Schichten und sozialmoralischen Milieus hinweg die Wahrnehmungshorizonte und den Gefühlshaushalt der Menschen in der wilhelminischen Epoche. Die Zeitschriften als Seismographen ihrer Gegenwart fangen diese Krisen- und Umbruchsstimmung ein. Denn als Leitmedium des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sind sie maßgebliche gesellschaftliche Instanzen bei der Diagnose der Ursachen für Krise und Umbruch sowie bei der Formulierung von Krisenbewältigungs- und Zukunftskonzepten für deren Überwindung. Der aus einer Tagung des Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine (CEGIL) an der Université Paul Verlaine in Metz hervorgegangene Sammelband lotet in 22 Fallstudien die Bedeutung der Zeitschriften in der und für die Gesellschaft des Wilhelminischen Kaiserreichs hinsichtlich ihrer zeitspezifischen Krisen- und Umbruchswahrnehmungen und Krisenbewältigungsstrategien aus.
Dieses Buch enthält 23 Beiträge auf Deutsch und 4 Beiträge auf Französisch.
La conviction de vivre un processus d’accélération de l’histoire et une crise qui englobait tous les aspects de la vie politique, sociale et économique était commun à l’ensemble des milieux qui constituaient la société allemande de l’ère wilhelminienne. C’est ce que nous apprennent les revues qui, à la fin du XIX e et au début du XXe siècles constituaient le vecteur essentiel de la communication sur les grands sujets culturels, politiques et littéraires de l’époque. Ces revues ont joué un rôle de premier plan dans l’établissement du diagnostic de l’état de la société pendant les années 1890-1914, dans la formulation de possibles scénarios de résolution de la crise perçue par elles ainsi que dans la diffusion de la vision d’un avenir postérieur à cette crise et aux mutations générées par elle. Ce sont ces questionnements qui se situent au centre du présent volume, issu d’un colloque international qui a eu lieu du 5 au 7 décembre 2007 à l’Université Paul Verlaine – Metz dans le cadre de la coopération entre le Centre d’études germaniques interculturelles de Lorraine et le Friedrich Meinecke Institut de la Freie Universität Berlin.
Ce livre contient 23 contributions en allemand et 4 contributions en français.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

Kirstin A. BUCHINGER Die Dialektik der Krise: Militärzeitschriften im Kaiserreich des Fin de siècle 477

Extract

Die Dialektik der Krise: Militärzeitschriften im Kaiserreich des Fin de siècle Kirstin A. BUCHINGER Am 1. Januar 1900 hielt Kaiser Wilhelm II. auf der Empore der Freitreppe des Berliner Zeughauses eine programmatische Rede, in der er zugleich seine Zukunftsvisionen für das neue Jahrhundert verriet. Zur Neuweihung der Fahnen und Standarten des Gardekorps hatte sich der ganze Hof nebst Kaiserin Auguste Viktoria im Zeughaus versammelt: ein großer Akt symbo- lischer Selbstinszenierung des Kaiserreichs, als Wilhelm II. verkündet: Der erste Tag des neuen Jahrhunderts sieht unsre Armee, d.h. unser Volk in Waffen um seine Feldzeichen geschart vor dem Herrn der Heerescharen knieen, und wahrlich, wenn irgendwer besonderen Grund hat, sich heute vor Gott zu beugen, so ist es unser Heer.1 Es folgte ein Lobgesang auf die deutsche Vergangenheit, verkörpert durch Wilhelm I., den «genialen Schöpfer der deutschen Einheit und des deutschen Heeres […]. Ihm danken wir, daß Kraft dieser Armee das Deutsche Reich Achtung gebietend seine ihm bestimmte Stellung im Rate der Völker wieder einnimmt».2 Des Kaisers Pläne für das 20. Jahrhundert bildeten dazu eine Kontinuität: Und wie mein Großvater für sein Landheer, so werde ich für meine Marine unbeirrt in gleicher Weise das Werk der Reorganisation fort- und durchfahren, damit [...] durch sie das Deutsche Reich auch im Ausland in der Lage ist, den noch nicht erreichten Platz zu erringen. Kurz darauf erschien die Rede Wilhelms in der Neujahrs-Ausgabe des Ber- liner Militär-Wochenblattes, nachlesbar für das...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.