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Facteurs d’Identité- Faktoren der Identität

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Edited By Dominique Avon and Jutta Langenbacher-Liebgott

En 2010, deux équipes de chercheurs des Universités de Paderborn et du Maine ont confronté leurs perspectives sur ce qui est susceptible de produire l’« identité », la conviction d’une appartenance commune. Par « facteurs », les contributeurs entendent les promoteurs autant que les supports et les références. Loin de projeter dans le passé un modèle européen commun, arbitraire et idéalisé, ils présentent la complexité des processus de cristallisation d’un « nous » – donc d’un « eux » –, variable en fonction du temps et du lieu. Ils privilégient des études de cas dans le champ de la littérature, du droit, de la presse, de l’enseignement ou du culte, sans négliger l’analyse théorique des concepts.
Im Oktober 2010 trafen zwei Forschergruppen der Universitäten Le Mans und Paderborn zusammen, um sich über die Frage nach Möglichkeiten der Identitätskonstruktion – der Frage also, was es Menschen ermöglicht, sich als Gemeinschaft zu begreifen – auszutauschen. Unter ‚Faktoren’ verstehen die Beiträger sowohl Stifter und materielle Träger als auch Bezugsrahmen von Identitätsentwürfen. Ohne der Vergangenheit Europas eine vermeintliche Einheit unterstellen zu wollen, die von vornherein dem Verdacht der Willkür und der Idealisierung ausgesetzt wäre, wollen sie Prozesse der Kristallisierung eines ʻWir’ – und damit immer auch eines jeweils ʻAnderen’ – im konkreten räumlichen und zeitlichen Kontext und in ihrer Komplexität darstellen. Der Band bevorzugt daher die theoriegeleitete Analyse konkreter Paradigmen aus den Bereichen der Literatur und des Rechts, des Presse- und Unterrichtswesens oder der Religion.

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I. Stratégies identitaires et cultures mémorielles 7

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I Stratégies identitaires et cultures mémorielles Frank GÖTTMANN, Universität Paderborn „Identität“ – Überlegungen zu einem kulturwissenschaftlichen Leitbegriff In der öffentlichen Sprache ist Identität in den unterschiedlichsten Kon- texten zu einem zentralen Begriff geworden, um sich über bestimmte Sachverhalte zu verständigen: etwa psychologisch ‚Identitäts-Krise, -Verlust, -Suche‘, sozial und politisch ‚Identität als Problem der Integra- tion‘, ökonomisch und institutionell ‚corporate identity‘, technisch ‚Identity card‘ etc. Entsprechend „weich“ und unbestimmt, interessen- geleitet und widersprüchlich ist sein Inhalt1. Das gilt auch für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. In den sog. exakten Natur- wissenschaften ist der Begriff nur scheinbar klarer, aber auch in diesen unterliegt sein Gebrauch den Grenzen definitorischer Logik. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich nämlich große Unterschiede und Unsicherheiten in der Auffassung darin, was Identität ist, wie sie sich ausbildet, wie sie überhaupt feststellbar, identifizierbar, ist, welche Bedeutung sie für Individuum und Gesellschaft hat, welche politische Rolle ihr zugedacht werden soll, welche Folgen und Wirkungen sie hat2. Solche Fragen verweisen darauf, dass bei Inhalt und Gebrauch des Begriffes Identität höchst unterschiedliche Aspekte ins Spiel kommen und berücksichtigt werden müssen: etwa Sichtweise, Interessen, Ziele, Vorwissen und Vor-Urteil des Betrachters, die Verwendungs- und Verwertungssituation; allgemeiner gesprochen: der zeitliche, räumliche 1 Vgl. Lutz Niethammer, Kollektive Identität. Heimliche Quellen einer unheimlichen Konjunktur, Reinbek 2000, S. 28-56; er spricht auf S. 28 von „Semantischer Ver(un)sicherung“ und vom „Jahrmarkt der Identitäten“. – Dazu Referat und Kritik von...

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