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Zum Phänomen des Austauschs in den Geistwissenschaften/Les phénomènes de l'échange dans les sciences humaines

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Silvia Richter and Maude Williams

Obwohl dem Begriff des Transfers, insbesondere des Kulturtransfers, in der Forschung heute große Aufmerksamkeit zukommt, findet im Gegenteil derjenige des Austauschs weit weniger Beachtung. Dennoch ist das Phänomen des «Austauschs» allgegenwärtig in den Arbeiten der Geisteswissenschaften.

In vielen Bereichen der Geisteswissenschaften erweist sich dieser Begriff als nützlich, um Transformationsprozesse, von der Moderne bis heute, zu analysieren. Durch Beispiele aus Geschichte, Philosophie, vergleichender Literaturwissenschaft, Linguistik sowie zeitgenössischer Kunst hinterfragen die in diesem Band versammelten Autoren den Begriff des Austauschs, seine Art, Formen und Wirkungen. Bei der Vielfalt der Austauschsformen konzentrieren sich die Autoren insbesondere auf deren Charakteristika und Besonderheiten, um die Grundlagen für eine tragfähige Definition des Austauschs zu legen.

Bien que la notion de transfert, notamment de « transfert culturel » (Kulturtransfer) soit aujourd’hui bien étudiée, celle de l’échange au contraire est quelque peu délaissée par la recherche. Le phénomène de « l’échange » est pourtant omniprésent dans l’étude des sciences humaines. Dans beaucoup de domaines scientifiques, cette notion s’avère utile afin d’analyser des processus de transformation de l’époque moderne à nos jours.

À travers l’histoire, la philosophie, la littérature comparée, la linguistique et l’art contemporain, les auteurs de cet ouvrage s’interrogent sur la notion d’échange, sa nature, ses formes et ses effets. Parmi la diversité des formes d’échange, les réflexions des auteurs se focalisent notamment sur ses caractéristiques, ses spécificités, afin de poser les jalons d’une définition viable de ce qu’est l’échange.

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II. Analysen über den Begriff des Austauschs in Geschichte und Philosophie

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Eva Zimmermann* „Französisch-deutsche Gränzliteratur“ Die Zeitschrift Illustration de Bade (1858–1867) als Medium des Kulturaustauschs Im Frühjahr 1858 ging Baden-Baden, seit nunmehr einem Jahrzehnt mit dem Beinamen der „Sommerhauptstadt Europas“ („Capitale d’été de l’Europe“) geschmückt1, unter der Regie des Pariser Entrepreneurs und Spielbankpächters Edouard Benazet2 seiner Glanzzeit entgegen. Längst galt die Kurstadt zwischen Rheintal und Schwarzwald vor allem als „suc- cursale de Paris“3 und die französische Sprache als „trait d’union entre les diverses tribus de cette colonie cosmopolite“4. Es ist daher erstaun- lich, dass Baden-Baden mit dem Badeblatt für die großherzogliche Stadt Baden bis zu diesem Zeitpunkt nur eine deutschsprachige Zeitschrift besaß5. Am 5. Mai 1858 erschien unter der Direktion des Straßburger Journalisten und Zeichners Charles Lallemand (1826–1904) schließlich * Freie Universität Berlin / Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine (CEGIL) der Université de Lorraine. 1 Dieser Name geht auf eine Passage in dem 1847 zugleich in französischer, deutscher und englischer Sprache publizierten Reiseführer des französischen Schriftstellers und Journalisten Eugène Guinot (1807–1861) zurück, siehe Eugène Guinot, L’été à Bade, Paris, 1868 (1847), S. 7. 2 Edouard Benazet (1801–1867) übernahm nach dem Tod seines Vaters Jacques Benazet die Pacht des Baden-Badener Conversationshauses, mit der insbesondere die dortige Glücksspielkonzession verbunden war, weshalb er in den zeitgenössi- schen Quellen häufig als „Spielpächter“ bezeichnet wird. Die ihm von der badischen Regierung zugestandenen Handlungsspielräume reichten indes...

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