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Der deutsche Film im Kalten Krieg

Mit einem Vorwort von Hans Helmut Prinzler

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Edited By Christin Niemeyer and Ulrich Pfeil

Filme gelten gewöhnlich in erster Linie als Unterhaltungsmedium. Der Blick in die Filmgeschichte zeigt jedoch auch, dass sie immer als politische Waffe eingesetzt wurden. Das galt ganz besonders in der Zeit des Kalten Krieges, in der sich die beiden verfeindeten Blöcke nicht nur einen ideologischen, sondern zugleich einen bilderreichen Konflikt lieferten. So war der Film auch in der deutschdeutschen Systemkonkurrenz ein beliebtes Medium, um die Überlegenheit der eigenen Ordnung zu demonstrieren. Er sollte ideologisch auf die kollektive Vorstellungswelt einwirken und Indikator für die technologische bzw. industrielle Macht dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs sein. Der Film spiegelte somit nicht alleine den ideologischen Zusammenstoß, sondern alimentierte ihn zugleich. Charakteristisch für den deutschen Film im Kalten Krieg war besonders die wechselseitige Bezogenheit der Filmproduktionen in den beiden deutschen Staaten. Eine deutsche Besonderheit war in dieser Hinsicht das Frontstaat-Motiv, thematisierten die Filmemacher doch wiederholt Mauer und Stacheldraht, so dass sie sich an der Konstruktion eines Bildes von der Grenze beteiligten, das noch heute die Erinnerung prägt. So bietet dieser Band einen facettenreichen Einblick in die Formen und Funktionen, die Inhalte und Rezeption des deutschen Films im Kalten Krieg.
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Kalter Krieg im Film: ein Vorwort

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Hans Helmut PRINZLER

Vor rund 22 Jahren ging der „Kalte Krieg“ zu Ende. Ohne Friedensvertrag, aber mit einer präsidialen Erklärung zur Lage der Nation:

„Dank der Gnade Gottes hat Amerika den Kalten Krieg gewonnen. Eine einstmals in zwei bewaffnete Lager geteilte Welt erkennt jetzt eine einzige und herausragende Macht an, die Vereinigten Staaten von Amerika. Und sie betrachtet dies ohne Schrecken, denn die Welt vertraut in unsere Macht“1.

Aus heutiger Sicht klingen die drei Sätze aus dem Januar 1992 wie der Beitrag für eine Satire, die das gegenseitige Vertrauen in der Weltpolitik zum Thema hat. Aber beim Datieren wird die Bush-Rede oft als Endpunkt des Kalten Krieges benannt. Symbolischer ist für uns Deutsche natürlich der 9. November 1989, der Tag des „Mauerfalls“, oder, etwas versachlicht, der Tag der Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West.

Die Literatur über die Zeit des Kalten Krieges ist umfangreich und hat sich in den letzten Jahren noch vergrößert und differenziert. In diesem Buch geht es speziell um die Darstellung des Kalten Krieges im deutschen Film. Das ist, aus medialer Perspektive, ein sehr spannendes Thema und wurde bisher kaum bearbeitet. Im ← 11 | 12 → Zeughauskino gab es 2009 eine Retrospektive (deutscher_film_im_kalten_krieg.html), aber keine Publikation. Im internationalen Kontext widmete die „Berlinale“ dem Kalten Krieg zeitnah an seinem Ende 1991 eine große Retrospektive und zeigte 60 Filme aus Ost und West. Sie umfasste viele Genres – Drama, Thriller,...

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