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Deutschland – Frankreich – Polen seit 1945

Transfer und Kooperation

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Edited By Corine Defrance, Michael Kissener, Jan Kusber and Pia Nordblom

Das Weimarer Dreieck zwischen Frankreich, Deutschland und Polen stellt eine neue Kooperationsform in Europa dar, die ihre Vorläufer in den ersten Jahren nach dem Fall des «Eisernen Vorhangs» hat. In der Rückschau wechselten sich in dieser Zusammenarbeit Erfolge und Fehlschläge ab, so dass sie auch in Zukunft vor neuen Herausforderungen stehen wird. Ausgehend von den Anfängen analysiert dieser Sammelband die Zirkulationen, die sich nach 1945 ergaben. Das Trauma des Konflikts, der Kalte Krieg und die politischen Richtungsentscheidungen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Akteure des Beziehungsgeflechtes. Die Annäherungsprozesse zwischen den beiden deutschen Staaten und ihren Nachbarn resultierten direkt aus diesen Faktoren. Festzuhalten bleibt jedoch, dass auf allen Ebenen politische, wirtschaftliche und kulturelle Initiativen von den Regierungen und Zivilgesellschaften ausgingen. Dabei stellt sich die Frage, ob und inwieweit die westdeutsch-französische Aussöhnung als ein Anhaltspunkt verstanden werden kann und über Transfer und Erfahrungsaustausch die anderen Beziehungsachsen inspirierte. Zugleich fordern auch die Praktiken der deutsch-polnischen und französisch-polnischen Beziehungen die deutsch-französische Kooperation heraus, sich immer wieder neu zu erfinden in einem größeren Europa, das sich immer stärker durch Multilateralismen auszeichnet.
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Die trilaterale Wirtschaftskooperation im Weimarer Dreieck. Bestandsaufnahme, Perspektiven und Potentiale (Frédéric Plasson)

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← 104 | 105 → Die trilaterale Wirtschaftskooperation im Weimarer Dreieck

Bestandsaufnahme, Perspektiven und Potentiale

Frédéric Plasson

Eine gesunde Wirtschaft ist nicht der alleinige Schlüssel für den Wohlstand eines Landes. Komplementär zu den politischen, demokratischen Strukturen ist eine gesunde und freie Markwirtschaft einer der Pfeiler der Europäischen Union (EU), dessen Hauptfundament seit seiner Errichtung unveränderlich bleibt: Eintreten für und Bewahren des Friedens und eine generelle Prosperität in Europa durch die Einbindung der Mitgliedsstaaten nicht nur in die politischen, sondern auch in die ökonomischen Integrationsstrukturen. Die Bilanz des Weimarer Dreiecks im Laufe der ersten Jahre seines Bestehens stellt eine beispielhafte Anwendung dieser Prinzipien dar. Die Aufnahme Polens in die Europäische Gemeinschaft (EG) im Jahr 1994, seine Integration in die NATO 1999, kaum zehn Jahre nach dem Verlassen des militärisch der NATO entgegengesetzten Blocks und sein Beitritt in die EU fünf Jahre später sind der Beweis einer wirklichen Dynamik einer Dynamik, zu der die privilegierte Zusammenarbeit der Mitglieder des Weimarer Dreiecks wahrscheinlich entscheidend beigetragen hat. Diese beispielhafte Kooperation wurde durch den politischen Willen seiner Mitglieder initiiert und ermöglicht. Dieser scheint jedoch seit der Vollendung der ersten großen „Baustellen“, seit ← 105 | 106 → der „Euphorie“, die die ersten Jahre charakterisierte, beständig nachzulassen1.

In Anbetracht der grundlegenden Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für die demokratischen und humanistischen Werte der westlichen Gesellschaften sowie des exemplarischen Charakters, ja der Verantwortung der trilateralen deutsch-französisch-polnischen Kooperation f...

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