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Deutschland – Frankreich – Polen seit 1945

Transfer und Kooperation

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Edited By Corine Defrance, Michael Kissener, Jan Kusber and Pia Nordblom

Das Weimarer Dreieck zwischen Frankreich, Deutschland und Polen stellt eine neue Kooperationsform in Europa dar, die ihre Vorläufer in den ersten Jahren nach dem Fall des «Eisernen Vorhangs» hat. In der Rückschau wechselten sich in dieser Zusammenarbeit Erfolge und Fehlschläge ab, so dass sie auch in Zukunft vor neuen Herausforderungen stehen wird. Ausgehend von den Anfängen analysiert dieser Sammelband die Zirkulationen, die sich nach 1945 ergaben. Das Trauma des Konflikts, der Kalte Krieg und die politischen Richtungsentscheidungen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Akteure des Beziehungsgeflechtes. Die Annäherungsprozesse zwischen den beiden deutschen Staaten und ihren Nachbarn resultierten direkt aus diesen Faktoren. Festzuhalten bleibt jedoch, dass auf allen Ebenen politische, wirtschaftliche und kulturelle Initiativen von den Regierungen und Zivilgesellschaften ausgingen. Dabei stellt sich die Frage, ob und inwieweit die westdeutsch-französische Aussöhnung als ein Anhaltspunkt verstanden werden kann und über Transfer und Erfahrungsaustausch die anderen Beziehungsachsen inspirierte. Zugleich fordern auch die Praktiken der deutsch-polnischen und französisch-polnischen Beziehungen die deutsch-französische Kooperation heraus, sich immer wieder neu zu erfinden in einem größeren Europa, das sich immer stärker durch Multilateralismen auszeichnet.
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Städtepartnerschaften im trilateralen Kontext am Beispiel der Kommunalbeziehungen der Stadt Wolfsburg (Tanja Herrmann)

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← 224 | 225 → Städtepartnerschaften im trilateralen Kontext am Beispiel der Kommunalbeziehungen der Stadt Wolfsburg

Tanja Herrmann

Städtepartnerschaften stehen für transnationale Verständigungsarbeit, europäische Integration auf Bürgerebene und dauerhafte Friedenssicherung „von unten“. Ein Vergleich der deutsch-französischen und deutsch-polnischen Kommunalbeziehungen erscheint vor dem Hintergrund der numerischen Dominanz besonders interessant1. Im westeuropäischen Rahmen überwiegen die kommunalen Verbindungen mit Frankreich, die Republik Polen ist hinsichtlich der Verschwisterung von Gemeinden der wichtigste Partner in Osteuropa. Folglich spiegeln die Zahlen der Partnerschaftsabschlüsse Konstellationen wider, die auch in der tagtäglichen Europapolitik zum Tragen kommen: der Einfluss der deutsch-französischen Beziehungen als Motor der europäischen Westintegration seit den 1950er Jahren und die Bedeutung Polens und Deutschlands für das jeweilige andere Land hinsichtlich der Osterweiterung der Europäischen Union2.

← 225 | 226 → Auch wenn Frankreich und Polen auf dem Gebiet der Städte­partnerschaften für Deutschland beide eine große Rolle spielen, ist das Übergewicht von über 2000 deutsch-französischen Partnerschaften gegenüber rund 400 deutsch-polnischen offensichtlich3. Interessant ist hierbei ein Blick auf die Zahlen der deutschen Gemeinden, die sowohl eine Verbindung zu Polen als auch zu Frankreich haben. Schätzwerten zufolge pflegen nur ungefähr 10% deutscher Kommunen, die eine deutsch-französische Städtepartnerschaft unterhalten, auch Kontakte nach Polen. Bei den deutsch-polnischen Kommunalverbindungen haben hingegen rund 50% der deutschen Gemeinden auch kommunale Beziehungen zu Frankreich4.

Neben der Zahlendifferenz sollen in diesem Aufsatz insbesondere die unterschiedlichen Rahmenbedingungen während der Entstehungsphase...

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