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China und China-Erfahrung in Leben und Werk von Anna Seghers

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Weija Li

Das vorliegende Buch rekonstruiert und analysiert als erste Studie dieser Art Anna Seghers’ Begegnung mit den Chinesen, der chinesischen Kultur und Geschichte, der Politik sowie der Gesellschaft des Landes chronologisch. Durch die Darstellung und Analyse Seghers’ China-Begegnung, und der Einflüsse auf ihr Leben und Werk wird eine seit Langem existierende Wissenslücke in der Seghers-Forschung geschlossen. Gleichzeitig bietet diese Arbeit neue Perspektiven und Ansätze für weitere Forschungen in verwandten Gebieten wie in der Sinologie, Politikwissenschaft und -geschichte, Kulturwissenschaft und der interkulturellen Kommunikation.
Beim Arbeitsverfahren werden sinologische, geschichts-, kultur-, politik-, literatur- und kunstwissenschaftliche Methoden verwendet.
Als eine der wichtigsten Quellengrundlagen dienen die Archivmaterialien des Anna-Seghers-Archivs in der Akademie der Künste in Berlin.

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Kapitel 2 - Seghers’ Sinologiestudium an der Universität Heidelberg 21

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Kapitel 2 Seghers’ Sinologiestudium an der Universität Heidelberg 2.1 Die Sinologie an deutschen Universitäten bis zu den 1920er Jahren Dass Anna Seghers bereits 1920 an der Universität Heidelberg anfing, sinologische Kurse zu besuchen, machte sie – zumal als eine junge Frau – zweifellos zu den wenigen Pionieren, welche die Sinologie zu jener Zeit als Studienfach wählten, weil die deutsche Sinologie sich noch in ihrem Anfangstadium befand und die Studentenanzahl gering war. Nach den Niederlagen in den Opium-Kriegen (1848, 1856) erzwan- gen die benachteiligenden Abkommen mit den Siegesmächten China zur Öf fnung gegenüber dem Westen. Aus kolonialistischen Interessen wurden die sinologischen Beschäftigungen in England, Frankreich sowie den Niederlanden gefördert. Seit 1875 gab es an Universitäten wie Cam- bridge, Oxford, Manchester und Liverpool die ersten Sinologielehrstühle. In Deutschland hingegen war die Entstehung und Entwicklung der Sinolo- gie als Studienfach bzw. unabhängiges Wissenschaftsprinzip viel langsamer. 1833 hielt Wilhelm Schott (1802–1889) an der Berliner Universität Lehr- veranstaltungen über chinesische Sprache, Philosophie und Geschichte, die aber nur selten von Studenten besucht wurden (Leutner „Sinologie“ 31). Ähnlich wie Schott spielte Georg von der Gabelentz (1840–1893) ab 1878 an der Leipziger Universität eine Pionierrolle für die Errichtung sino- logischer Lehrveranstaltungen (ebd. 34). Erst 1887 wurde das Seminar für Orientalische Sprachen (SOS) in Berlin mit der Unterstützung Bismarcks gegründet. Leider hatte das Seminar keine wissenschaftlichen Zwecke. An erster Stelle diente es der überseeischen Interessenpolitik Deutschlands, 22 Kapitel 2 des Nachzüglers...

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