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China und China-Erfahrung in Leben und Werk von Anna Seghers

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Weija Li

Das vorliegende Buch rekonstruiert und analysiert als erste Studie dieser Art Anna Seghers’ Begegnung mit den Chinesen, der chinesischen Kultur und Geschichte, der Politik sowie der Gesellschaft des Landes chronologisch. Durch die Darstellung und Analyse Seghers’ China-Begegnung, und der Einflüsse auf ihr Leben und Werk wird eine seit Langem existierende Wissenslücke in der Seghers-Forschung geschlossen. Gleichzeitig bietet diese Arbeit neue Perspektiven und Ansätze für weitere Forschungen in verwandten Gebieten wie in der Sinologie, Politikwissenschaft und -geschichte, Kulturwissenschaft und der interkulturellen Kommunikation.
Beim Arbeitsverfahren werden sinologische, geschichts-, kultur-, politik-, literatur- und kunstwissenschaftliche Methoden verwendet.
Als eine der wichtigsten Quellengrundlagen dienen die Archivmaterialien des Anna-Seghers-Archivs in der Akademie der Künste in Berlin.

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Kapitel 4 - Seghers’ China-Begegnung und ihre China-Werke in den 1940er Jahren 115

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Kapitel 4 Seghers’ China-Begegnung und ihre China-Werke in den 1940er Jahren Seghers’ Beschäftigung mit der China-Thematik erreichte in den 1940er Jahren eine neue Entwicklungsphase. Das zeigt sich in der thematischen Vielfältigkeit ihrer chinabezogenen Werken, die während ihres sechs- jährigen Exils in Mexiko (1941–1947) und in den ersten drei Jahren nach ihrer Rückkehr nach Deutschland entstanden. Fortsetzend verfolgte Seghers die neuesten politischen Entwicklungen Chinas, wo sich der Kampf der Chinesen gegen die japanische Invasion von 1937 bis 1945 zu einem achtjährigen Krieg entwickelte. China wurde zu jener Zeit eines der wesentlichen Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs und hatte daher für die im Exil lebende Schriftstellerin eine besondere Bedeutung, die sich durch ihre literarischen Werke am antifaschistischen Kampf beteiligte. Im Aufsatz „Chinas Schlachtgesang: Betrachtungen zum Buch von Agnes Smedley“ stellt sie den Kampf der Chinesen als eine Parallele zum antifaschistischen Kampf in Europa und vor allem in der Sowjetunion dar. Die Wiederbearbeitung des China-Stof fs aus ihren frühesten China- Werken wurde ein fester Bestandteil ihrer literarischen Betätigung während des Exils. Variierende Textfassungen der Erzählungen „Der Führerschein“ und „Der Last-Berg“ stammen aus dieser Zeit. Die Themen wie der Kampf zwischen der Roten Armee und Tschiang Kai-scheks Regierungstruppen um die Sowjetzonen in Südchina und der Chinaeinsatz der deutschen Mili- tärberater wurden von ihr in den 1940er Jahren weiterhin bearbeitet. Sie setzte sich im Roman Die Toten bleiben jung (1949) zum ersten Mal explizit mit dem alten, von Kolonialismus und Imperialismus...

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