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China und China-Erfahrung in Leben und Werk von Anna Seghers

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Weija Li

Das vorliegende Buch rekonstruiert und analysiert als erste Studie dieser Art Anna Seghers’ Begegnung mit den Chinesen, der chinesischen Kultur und Geschichte, der Politik sowie der Gesellschaft des Landes chronologisch. Durch die Darstellung und Analyse Seghers’ China-Begegnung, und der Einflüsse auf ihr Leben und Werk wird eine seit Langem existierende Wissenslücke in der Seghers-Forschung geschlossen. Gleichzeitig bietet diese Arbeit neue Perspektiven und Ansätze für weitere Forschungen in verwandten Gebieten wie in der Sinologie, Politikwissenschaft und -geschichte, Kulturwissenschaft und der interkulturellen Kommunikation.
Beim Arbeitsverfahren werden sinologische, geschichts-, kultur-, politik-, literatur- und kunstwissenschaftliche Methoden verwendet.
Als eine der wichtigsten Quellengrundlagen dienen die Archivmaterialien des Anna-Seghers-Archivs in der Akademie der Künste in Berlin.

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Kapitel 5 - Seghers’ China-Erfahrung und ihre China-Werke in den 1950er Jahren 143

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Kapitel 5 Seghers’ China-Erfahrung und ihre China-Werke in den 1950er Jahren Seghers verließ 1947 Mexiko und kehrte in die SBZ zurück. Sie wollte sich nicht von ihrem deutschsprachigen Leserpublikum trennen und sehnte sich zugleich nach einem neuen gerechten, demokratischen und sozialistischen Deutschland. Jedoch brachte diese Rückkehr in die SBZ, die spätere DDR, viele unerwartete Schwierigkeiten für ihr Leben und Schreiben mit sich. Sie wusste, dass es einen Widerspruch zwischen den parteilichen Richtli- nien und der gesellschaftlichen Wirklichkeit sowie den Forderungen des Volks gab. So musste sie sich daher in ihrer Literatur mit der DDR-Realität behutsam und umgehend auseinandersetzen. Neue Tendenzen weisen ihre chinabezogenen Werke vor ihrem Chi- nabesuch im Jahre 1951 auf, in denen die Schriftstellerin begann, ihre sino- logischen Kenntnisse über die alten Kulturtraditionen Chinas bewusst anzuwenden. Eine erneute, positive Rezeption des Konfuzianismus taucht sogar im Zusammenhang mit der chinesischen Revolution auf. Die neuen Tendenzen waren vielschichtig, weil ihre China-Begegnung und ihre Beschäftigung mit China-Thematik von der Kulturpolitik und der Chin- apolitik der DDR beeinflusst wurden. Sie wurde – wie es vielen aus dem Exil zurückkehrenden deutschen Schriftstellern und Intellektuellen erging – von der Kulturpolitik der SED zwangsweise aufgefordert, sich mit dem gegenwärtigen Deutschland bzw. dem sozialistischen Aufbau in der DDR zu beschäftigen. 1952 wurde Seghers zur Vorsitzenden des Schriftstellerver- bandes, eines wichtigen kulturpolitischen Ämter der DDR, gewählt. Ihre Verantwortung gegenüber diesem Amt und insbesondere der damit ver- bundenen politischen Belastungen verhinderten weitere mögliche China- Begegnungen für sie....

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