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Turbulentes 1989

Genese der deutschen Einheit- Aus dem Polnischen übersetzt von Jens Frasek

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Janusz Sawczuk

Nach fast vier Jahrzehnten, in denen eine mögliche Vereinigung der beiden deutschen Staaten BRD und DDR kein aktuelles Hauptthema war, avancierte es im Herbst 1989 ganz überraschend zu einer Schlüsselfrage europäischer Politik. Der Autor versucht aufzuzeigen, wie der deutsche Einigungsprozess im nationalen und internationalen Rahmen in Gang gesetzt wurde.
Im Mittelpunkt der Studie steht nicht nur eine differenzierte Analyse der inneren und äußeren Bestimmungsfaktoren dieses Prozesses, sondern auch eine systematische Erörterung der Interessen und Perzeptionen der Siegermächte beziehungsweise der östlichen und westlichen Nachbarstaaten Deutschlands. Dabei wird deutlich, dass eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten nur im Kontext einer schrittweisen Vertiefung und Erweiterung der EU-Integration mit Ansätzen für eine gesamteuropäische Perspektive möglich war.
Dieses Buch ist eine Übersetzung des polnischen Originals «Od status quo do Planu Kohla» welches 2005 an der Universität Oppeln erschienen ist. Übersetzer: Jens Frasek.

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Nachwort 299

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Nachwort Ebenso für die polnische Forschung stellte die deutsche Frage eine große Herausforderung dar und zählte gleichsam zu ihren Schlüsselproblemen. Die im Nachkriegszeitraum getroffenen Beobachtungen und verfassten Studien erbrachten einen sehr reichen Ertrag. Es bildeten sich auf die Erforschung von Deutschland betreffenden Fragen und Problemstellungen spezialisierte wissenschaftliche Einrichtungen heraus, die eingehend die historischen und sozialpolitischen Bedingungen der deutsch-polnischen Nachbarschaft und ihrer Perspektiven im Zeitalter der Entspannungspolitik und voranschreitender Integrationsprozesse analysierten. Beeindruckend sind in diesem Zusammenhang insbesondere die von den in Posen im Umfeld der Adam-Mickiewicz-Universität und des West-Instituts begrün- deten Einrichtungen zur Erforschung von Deutschlandfragen vorgelegten Ergebnisse. In den 80er Jahren unternahmen sie Anstrengungen, diese Forschungsergebnisse landesweit zu ordnen und zu systematisieren.1 So entwickelte die damalige polnische Wissenschaft diesbezüglich einen eige- nen, stark mit der polnischen Staatsraison verbundenen Blickpunkt.2 1 Dies stand eben mit der Errichtung des Zentralen Forschungsprogramms (CPBP) im Posener Wissenschaftszentrum in Verbindung, das sich insbesondere der Erforschung Deutschlands annahm und damit die führende Rolle der Universität Posen in diesem Forschungsfeld festigte (vgl. bspw. Jerzy Gogulski, Ryszard Wryk, Wykaz tematów badań niemcoznawczych prowadzonych w Polsce [Eine Aufstellung von Deutschlandfragen betreffende Untersuchungen in Polen], Posen 1984). 2 In den Nachkriegsjahren sowie im Zeitraum des Kalten Krieges ging diese in ihren Bewertungen und politischen Feststellungen von zwei grundsätzlichen Thesen aus: (a) bis zum Jahre 1970 erkannte die Bundesrepublik Oder und Neiße nicht als die westliche Staatsgrenze Polens an, (b) nach 1970 wies die Bundesrepublik eine end- gültige...

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