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Thomas Bernhard’s Comic Materialism

Class, Art, and «Socialism» in Post-War Austria

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Russell Harrison

Twenty-two years after his death, Thomas Bernhard’s work continues to fascinate, irritate, and please readers. This book analyzes Bernhard’s writings in the light of post-war Austrian history, challenging the prevailing formalist and psychological reception of his work. It does so by revealing the close connection between individual texts and contemporaneous economic and political events, such as the relationship of the 1969 story Watten. Ein Nachlass to the incipient decline of the social-partnership state, or the connection of the 1970 novel Das Kalkwerk to the shifting balance of power between bourgeoisie and proletariat. Furthermore, the book argues that much of Bernhard’s engagement in public life was an attack on the «pseudo-socialism» of the Austrian socialist party and especially of Bruno Kreisky. Bernhard’s critique is effected through what the author terms a «comic materialism» – an unrelenting focus on the material aspects of life – evident in his protagonists’ ludicrously obsessive fixation on the objects of everyday life and in his comic critique of Viennese society.

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Excursus - Salzburg 163

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Excursus Salzburg Die Stadt ist, von zwei Menschenkategorien bevölkert, von Geschäfte- machern und ihren Opfern, dem Lernenden und Studierenden nur auf die schmerzhafte, eine jede Natur störende, mit der Zeit verstörende und zerstörende, sehr oft nur auf die heimtückisch-tödliche Weise bewohn- bar. Die extremen, den in ihr lebenden Menschen fortwährend irritie- renden und enervierenden und in jedem Falle immer krankmachenden Wetterverhältnisse einerseits und die in diesen Wetterverhältnisse sich immer verheerender auf die Verfassung diesen Menschen auswirkende Salzburger Architektur andererseits, das allen diesen Erbarmungswür- digen bewußt oder unbewußt, aber im medizinischen Sinne immer schädlicher, folgerichtig auf Kopf und Körper und auf das ganze diesen Natur verhältnissen ja vollkommen ausgelieferte Wesen drückende, mit unglaublicher Rücksichtslosigkeit immer wieder solche irritierende und enervierende und krankmachende und erniedrigende und beleidigende und mit großer Gemeinheit und Niederträchtigkeit begabte Einwohner produzierenede Voralpenklima erzeugen immer wieder solche geborene oder hereingezogene Salzburger, die zwischen den, von dem Lernenden und Studierenden, der ich vor dreißig Jahren in dieser Stadt gewesen bin, aus Vorliebe geliebten, aber aus Erfahrung gehaßten kalten und nassen Mauern ihren bornierten Eigensinnigkeiten, Unsinnigkeiten, Stumpfsin- nigkeiten, brutalen Geschäften und Melancholien nachgehen und eine unerschöpf liche Einnahmequelle für alle möglichen und unmöglichen Ärzte und Leichenbestattungsunternehmer sind. — Die Ursache Ich werde Ihnen eine herrliche Anekdote erzählen. Kurz nach Erscheinen der Ursache hat mich der deutsche Kritiker Jean Améry eines Tages bei-...

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