Show Less
Restricted access

Cultural Contexts and Literary Forms

Essays on Genre

Edited By Goethe Society of India, Chitra Harshvardhan, Rekha Rajan and Madhu Sahni

Genres mutate, disappear, travel through translation and sometimes re-emerge. Traditionally viewed as a classificatory device, the idea of genre has been challenged by anti-genre theoreticians who question the possibility of reading texts merely through a typological framework. The essays in this volume contribute to a transcultural poetics through an engagement with genre, viewing it as neither normative nor inflexible. They investigate historically established genres; genres that transgress conventions as they move between different art forms and cultures; and genres that, whilst seeming to respond to reader expectations, expand and create new communicative spaces. The volume includes not only theoretical considerations of the boundaries and scope of genre but also case studies of science fiction, poetry, aphorism, immigrant writing, filmic adaptation and the role of translation in genre.
This volume is the 2015 Yearbook of the Goethe Society of India.
Show Summary Details
Restricted access

Carola Hilmes - The aphorism and the significance of this literary genre around 1800

Extract

| 213 →

CAROLA HILMES

The aphorism and the significance of this literary genre around 1800

ABSTRACT

Goethes Maximen und Reflexionen sind – Harald Fricke zufolge – ein gutes Beispiel für ‚die allmähliche Verfertigung des Genres beim Editieren‘. Für den Umgang mit offenen Formen, wie den Aphorismus, bietet das von Wittgenstein eingeführte Prinzip der Familienähnlichkeiten einen guten methodischen Ansatzpunkt. Die besondere erkenntniskritische Bedeutung des deutschen Aphorismus um 1800 hatte Gerhard Neumann bereits in seiner Studie Ideenparadiese aufgezeigt und damit auf den Unterschied zur französisch-moralistischen Tradition hingewiesen. Literatur und Wissen gehen bei Goethe und den Romantikern eine spezifische Verbindung ein, die den Rezipienten als Dialogpartner mit einbezieht. Die pointierte Wendung des Aphorismus motiviert zum Denken, ohne den Leser auf eine bestimmte Haltung festzulegen. Das selbstreflexive und kritische Moment dieses Genres setzt zum einen zwar Kenntnisse voraus, regt zum anderen aber auch zum Experimentieren an, zu einem ‚epistemologischen Aufbruch ins Unbekannte‘. Ein Aphorismus kommt schließlich nicht allein. Was als Differenz zwischen französisch geprägter Aufklärung und deutscher Frühromantik beschrieben werden kann, kehrt als Unterschied von Moderne und Postmoderne wieder. In der kleinen diskursiven Prosaform des Aphorismus und den anderen Genres der Familie sehen wir, wie literarisches Lernen funktioniert, wie wir uns vor dogmatischen Verhärtungen schützen und für Neuerungen offen halten können. Das bereitet eine transkulturelle Poetik vor.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.