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Feuchtwanger und Berlin

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Edited By Geoffrey V. Davis

Dieser Band vereint Forschungsbeiträge der 6. Konferenz der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft, die im Herbst 2013 zum Thema Lion Feuchtwangers Berliner Jahre 1925 bis 1933, seine Leser im Exil, in Deutschland und weltweit nach 1945 im Jüdischen Museum Berlin veranstaltet wurde. Die Konferenz hatte zum Ziel, die Bedeutung des Berliner Zwischenspiels im Leben Feuchtwangers im literarischen und soziopolitischen Kontext herauszuarbeiten, sowie eine Bestandsaufnahme der Rezeption seiner Werke im In- und Ausland zu erstellen.
Neben Beiträgen zu den Romanen Jud Süß, Die Geschwister Oppermann, Der Jüdische Krieg, Goya und Waffen für Amerika, zu den PEP-Gedichten und zu seiner Theaterarbeit beleuchtet dieser Band das intellektuelle Umfeld des Autors durch Aufsätze zu seinen Berliner Zeitgenossen Bertolt Brecht, Erich Kästner, Dorothy Thompson, Billy Wilder und Carl Zuckmayer. Vier der Aufsätze in diesem Band widmen sich weiteren Mitgliedern seiner Familie.
Dem literarischen Erbe des Autors wird durch Beiträge zu seinem amerikanischen Verleger Ben Huebsch, zur heiklen Problematik der Übersetzungen seiner Werke sowie zur Frage seiner Einführung in den Bildungsbereich Rechnung getragen. Zwei Beiträge widmen sich dem damals wie heute kontrovers rezipierten sowjetischen Reisebericht Moskau 1937.
Durch seinen umfassenden Ansatz bietet dieser Band neue Einsichten in eine zentrale Periode der deutschen Kulturgeschichte und schließt eine Lücke in der Feuchtwanger-Forschung.
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Die Rezeption Lion Feuchtwangers in Frankreich von 1920 bis 1933

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„Mit Frankreich habe ich, wie Sie wissen, selber immer Pech.“1 So beschreibt Lion Feuchtwanger am 20. September 1935 in einem Brief an Arnold Zweig sein Verhältnis zu Frankreich. Es ist weitgehend bekannt, dass der Autor, der im englischsprachigen Raum und in Russland außergewöhnliche Erfolge verzeichnete, in Frankreich verhältnismäßig geringe Beachtung fand. Die Gründe für das mangelnde Interesse an Feuchtwangers Werken im Nachbarland zu eruieren, ist jedoch nicht einfach. Doris Rothmund hat sich in ihrer Dissertation2 sehr eingehend mit Feuchtwangers Verhältnis zu Frankreich befasst und sehr anschaulich gezeigt, dass es sich wohl zunächst um gegenseitiges Desinteresse gehandelt haben muss. Feuchtwangers Neigung, sich mit Themen aus der französischen Geschichte zu beschäftigen, entwickelte sich erst im Exil.3 Der Wandel in seinem Verhältnis zu Frankreich kann insbesondere daran abgelesen werden, wie das französische Umfeld in den Werken jeweils thematisiert wird. In Exil ist Paris zwar Handlungsort, doch werden hauptsächlich Schicksale deutscher Emigranten dargestellt. Auch der Erlebnisbericht Der Teufel in Frankreich konzentriert ← 355 | 356 → sich auf die persönlichen Erfahrungen des Exilanten Lion Feuchtwanger. Erstmals in Simone greift der Autor dann auf einen Stoff aus der französischen Geschichte zurück. Zwar spielen die Ereignisse auch in diesem Roman noch im besetzten Frankreich, doch zeichnet sich im Gleichnis der Jungfrau von Orléans bereits der Rückgriff auf die französische Nationalgeschichte ab. Vor allem aber spiegelt der Roman die Geschehnisse aus französischer Sicht wider. Die Protagonisten...

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