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Schrifttexte im Kommunikationsbereich Alltag

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Edited By Inge Pohl and Horst Ehrhardt

Die Studien greifen den Widerspruch zwischen der beständigen Präsenz von Schrifttexten im Alltag und deren mangelnder empirischer textlinguistisch-stilistischer Bearbeitung auf. Der Kommunikationsbereich Alltag ist über seine soziokulturelle und historische Wesenheit charakterisiert, deshalb fokussieren die Beiträge innerhalb eines kommunikationsorientierten Ansatzes synchronische, diachronische, interkulturelle und produktiv-rezeptive Aspekte ausgewählter Schrifttexte. Aufgrund der Unabgeschlossenheit dieses Kommunikationsbereichs, seiner Überschneidungen und Vernetzungen mit anderen Kommunikationsbereichen sind keine prototypischen Schrifttextsorten des Alltags inferierbar. Es wird gezeigt, dass es bezüglich einzelner Textsorten Zuordnungen von Formulierungsweisen gibt, dass jedoch das Ausloten von Polaritäten, wie Privatheit – Offizialität, Usualität – Kreativität, Normbefolgung – Saloppheit, eine gängige kommunikative Praxis darstellt. Die Besonderheit des Bandes besteht darin, dass ein Ausschnitt schriftlicher Alltagskommunikation sowie deren sozio-kulturell-historische Determination stärker in den Fokus empirisch-linguistischen Interesses gerückt werden.

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Spuren der Alltagskommunikation in der deutschen Literatur des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit

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Rudolf Bentzinger

Spuren der Alltagskommunikation in der deutschen Literatur des Spätmittelaltersund der frühen Neuzeit

Abstract

As one of three stylistic levels of medieval rhetoric, everyday speech was used for some areas of life and for some target groups. The texts reflect everyday situations expressed by plain text composition and syntax as well as by lexis related to everyday life. This is even more relevant for specialized texts than for artistic texts. In the religious literature, elements of everyday language can be found in sermons and in journalism. Although in Luther’s translation of the Bible everyday language is present, it is more characterized by an understandable sacral language.

Johann von Neumarkt (um 1315–1380), Kanzler Karls IV. und einer der bedeutendsten Schriftsteller des Spätmittelalters, pries brieflich die Rhetorik seines Adressaten (höchstwahrscheinlich Francesco Petrarca): „Denn, gerade als befände sie sich im Lustgarten tullianischer Fülle zur lieblichen Frühlingszeit, vollführt Eure Muse die muntersten Sprünge. Bald gibt sie sich unter Wahrung majestätischer Strenge das Aussehen souveräner Gelassenheit und verschafft sich, geführt vom heroischen Stil, willkommenes Gehör beim Princeps des römischen Staates – freilich ohne deswegen vom Getöne schwülstiger Großsprecherei aufgeblasen mit geschwollenen Adern loszudonnern. Dann wieder denkt sie sich mit der Morgenröte eines heiteren Lächelns auf den Lippen ein Lied auf bescheidener Rohrflöte aus, wobei sie sich auf sanftem Abstieg nach unten begibt – freilich ohne deswegen die...

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