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Das Südamerikanische Integrationsrecht und seine Teilregime: Prinzipienstruktur und Entwicklungspotentiale

Zugleich ein Vergleich mit dem Integrationsmodell der Europäischen Union

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Mario Andrés Arroyave Quintero

Der Autor arbeitet mit der Idee beziehungsweise dem Modell eines Südamerikanischen Integrationsrechts (SIR). Er stellt rechtliche Grundprinzipien, die bisherige Entwicklung und die künftigen Entwicklungspotenziale dar. Somit erfasst die Analyse den historischen, politischen und konstitutionellen Kontext der verschiedenen Grundprinzipien sowie die rechtliche Weiterentwicklung des SIR. Dieses gliedert sich in zwei Teilordnungen beziehungsweise Teilregime, welche die wirtschaftliche Integration zwischen den südamerikanischen Staaten normieren: Das Andengemeinschaftsrecht (AGR) und das Mercosurrecht (MR). Anhand eines Rechtsvergleichs mit dem Europäischen Unionsrecht (UR) erklärt und analysiert der Autor das SIR.

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3. Methoden: Rechtsdogmatik im Kontext und die Rechtsvergleichung

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3.  Methoden: Rechtsdogmatik im Kontext und die Rechtsvergleichung

Der Begriff „Dogma“ (altgr. όγμα, dógma,) bedeutet: Meinung, Lehrsatz, Beschluss oder Verordnung.16 Die Rechtsdogmatik ist in ihrem Systematisierungsanspruch zunächst einmal als die Wissenschaft des geltenden Rechts bezeichnet worden.17 Man könnte sagen, dass die Rechtsdogmatik die systembindende Strukturierung des geltenden Rechts ist und seiner Auslegung Maßstäbe vorgeben will. Ewald führt aus, dass in den dogmatischen Fächern wie beispielsweise der Theologie und der Rechtswissenschaft ein Denken vorherrscht, das sich zum Ziel setzt, eine mit Autorität ausgestattete Lehrmeinung zu formulieren.18 Dieses „Ausdenken“ einer autoritativen Lehrmeinung beschränkt sich darauf, deren Sinngehalt aus sich heraus auszuschöpfen. Gerade diese Beschränkung ist das konstitutive Prinzip einer Dogmatik.19 Insofern ist am Begriff der Dogmatik für das gewohnte Verständnis das wichtigste Kennzeichnen ein Negationsverbot: die Nichtnegierbarkeit der Ausgangspunkte von Argumentationsketten. Sie bleiben der Kritik entzogen.20 Es ist denn verboten, den gedanklichen Gehalt der verbindlichen Lehrmeinung zu überschreiten. Schließlich sollen aus den Dogmen verbindliche Verhaltensregeln folgen.21

Hier wird davon ausgegangen, dass es um eine wichtige Funktion der Rechtsdogmatik geht, die geltende Rechtsordnung zu ordnen, aufzugliedern und abzugrenzen. Oberstes wissenschaftliches Ziel rechtsdogmatischer Konstruktionen (oder Systembildungen) ist, das öffentliche Recht wie das Privatrecht als ← 25 | 26 → Komplex systematisch koordinierter Leitbegriffe zu erarbeiten.22 Die Funktion von Dogmatiken besteht darin, den so in Begriffsform gebrachten Rechtsstoff zu systematisieren, nach Prinzipien zu ordnen und ihn gleichsam in Gärung zu versetzen, ihn nämlich in ein...

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