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Urheberrechtliche Verhältnisse zwischen deutschen Akademien der Wissenschaften und ihren freien und gebundenen Urhebern von Werken wissenschaftlicher Art

Unter Berücksichtigung der Wissenschaftsfreiheit gemäß Artikel 5 Absatz 3 Satz 1 Grundgesetz

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Dominik Woll

Der Autor erörtert die besondere Funktion der Akademien der Wissenschaften als Intermediäre zwischen ihren abhängigen und freien Urhebern und den Verlagen. Das Internet hat die Publikationspraxis der öffentlichen Forschungseinrichtungen stark verändert. Hiervon sind die Akademien der Wissenschaften in besonderer Weise betroffen. Einerseits sind sie dem Interesse der Allgemeinheit an freiem Zugang zu den Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung verpflichtet (Open Access). Andererseits haben sie die Urheberpersönlichkeitsrechte und Wissenschaftsfreiheit ihrer Werkschöpfer zu beachten. In diesem Konfliktfeld untersucht der Autor kritisch die aktuellen Vorschriften zur Miturhebergemeinschaft, der Gemeinfreiheit, den Schranken und dem Urhebervertragsrecht auf ihre Wissenschaftsfreundlichkeit hin und gibt einen Ausblick zu einer neuen Reform des UrhG nach dem dritten Korb.

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4. Teil Urheberrechtsschutz wissenschaftlicher Werke

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Im folgenden Teil der Untersuchung wird zunächst die Bedeutung des urheberrechtlichen Werkschutzes für den Publikationsbetrieb an Akademien erörtert (A.), bevor dann die kennzeichnenden Merkmale der Werkgattung «Wissenschaft» i.S.d § 1 UrhG herausgearbeitet werden (B.). Im Anschluss hieran sind die wichtigsten Werkarten im wissenschaftlichen Publikationsbereich der Akademien zu nennen (C.). Schließlich werden die wichtigen Schutzvoraussetzungen des Werkbegriffes i.S.d. § 2 Abs. 2 UrhG analysiert, wobei das Hauptaugenmerk auf das Erfordernis der Individualität nebst der damit in Zusammenhang stehenden Problematik der erforderlichen Schöpfungshöhe gelegt wird (D.). Abschließend wird auf die immer noch umstrittene Frage eingegangen, ob und inwieweit die Form und der Inhalt wissenschaftlicher Sprachwerke dem Werkschutz unterliegen (E.).

A. Bedeutung des Werkschutzes für die Urheberrechtspraxis

Neben dem Schutz nach Maßgabe des Urheberrechtsgesetzes können wissenschaftliche Arbeiten unter Umständen auch einen marken-, design-, patent- oder wettbewerbsrechtlichen Schutz genießen. Da die Akademien im Rahmen des Akademienprogrammes schwerpunktmäßig geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung und keine anwendungsorientierte Technologieförderung betreiben, liegt es auf der Hand, dass der Urheberrechtsschutz das geistige Schutzrecht ist, dem im Zusammenhang mit den resultierenden Forschungsarbeiten an Akademien die mit Abstand größte Bedeutung zukommt.

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