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Wege- und Dienstreisezeiten

Michael Heintz

Das Buch befasst sich mit den Begriffen, den Definitionen und weiteren rechtlichen Problemen der Wege- und Dienstreisezeiten. Schwerpunkte sind die rechtliche Behandlung von Reisezeiten der Dienstreise und betrieblichen Wegezeiten. Der Autor diskutiert die Weisungsrechte des Arbeitgebers, die vergütungsrechtlichen Aspekte der Wege- und Dienstreiszeiten sowie die arbeitszeitrechtliche Behandlung der einzelnen Reisephasen. Darüber hinaus analysiert er die arbeitszeitrechtliche und vergütungsrechtliche Behandlung von Vor- und Nachbereitungszeiten. Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei Dienstreise- und Rüstzeiten sowie die arbeitsrechtliche Behandlung der Reisezeiten im Außendienstarbeitsverhältnis runden die Themenstellung ab.

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§ 1 Problemstellung und Gang der Darstellung

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§ 1  Problemstellung und Gang der Darstellung

I.  Problemstellung

Dienstreisen werden aufgrund veränderter Marktstrukturen immer häufiger notwendig, da Unternehmen – um wettbewerbsfähig zu bleiben – mehr und mehr dazu tendieren, überregional zu agieren. Als Folge dieser Expansion ist eine wachsende Distanz zwischen Wohn- und Arbeitseinsatzort zu konstatieren, wodurch Arbeitnehmer dieser Unternehmen längere Anfahrtsstrecken zu auswärtigen Arbeitsstätten bewältigen müssen. Dies wiederum bedeutet für die betroffenen Arbeitnehmer, über weniger Freizeit zu verfügen und dadurch an der Teilnahme des Soziallebens eingeschränkt zu sein.1 Arbeitsrechtlich liegen diese Arbeitszeitveränderungen in einer Grauzone. Obschon längere Anfahrts- und Dienstreisezeiten eine nicht unerhebliche Freizeiteinbuße mit sich bringen, wird Arbeitnehmern oft weder eine finanzielle Kompensation gewährt, noch wird der Zeitaufwand arbeitszeitrechtlich anerkannt. Unternehmen sind bemüht die Folgen dieser „Überregionalisierung“ so weit wie möglich auf die Arbeitnehmerschaft abzuwälzen.

Wenig beachtet werden derartige Reisezeitfaktoren bereits bei der Vertragsanbahnung eines Arbeitsverhältnisses: Im Regelfall wird in der Anbahnungsphase eines Arbeitsvertragsverhältnisses von beiden Vertragspartnern dessen Wirtschaftlichkeit geprüft. Die vom Arbeitnehmer in Zukunft zu erbringende Arbeitsleistung wird in qualitativer und quantitativer Hinsicht zum zukünftigen Arbeitslohn in Relation gesetzt. Im Rahmen dieser Wirtschaftlichkeitserwägung stellt sich für den Arbeitnehmer die Frage, ob der zu erwartende Lohn zum Zeitaufwand in einem angemessenen Verhältnis steht. Hierbei wird die Tragweite der Wege- und Dienstreisezeiten nur allzu oft unterschätzt. Um die Frage der Wirtschaftlichkeit vollständig abwägen...

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