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Wege- und Dienstreisezeiten

Michael Heintz

Das Buch befasst sich mit den Begriffen, den Definitionen und weiteren rechtlichen Problemen der Wege- und Dienstreisezeiten. Schwerpunkte sind die rechtliche Behandlung von Reisezeiten der Dienstreise und betrieblichen Wegezeiten. Der Autor diskutiert die Weisungsrechte des Arbeitgebers, die vergütungsrechtlichen Aspekte der Wege- und Dienstreiszeiten sowie die arbeitszeitrechtliche Behandlung der einzelnen Reisephasen. Darüber hinaus analysiert er die arbeitszeitrechtliche und vergütungsrechtliche Behandlung von Vor- und Nachbereitungszeiten. Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei Dienstreise- und Rüstzeiten sowie die arbeitsrechtliche Behandlung der Reisezeiten im Außendienstarbeitsverhältnis runden die Themenstellung ab.

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§ 2 Die Begriffe der Wege- und Dienstreisezeit

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§ 2  Die Begriffe der Wege- und Dienstreisezeit

I.  Einführung

Bevor auf die arbeitszeit- und vergütungsrechtliche Begutachtung der Wege- und Dienstreisezeiten eingegangen werden kann, muss zunächst die Definitionsfrage geklärt sein. Die Begriffe der Wege- und Dienstreisezeit sind im Gesetz nicht legaldefiniert. Beide Termini wurden durch Literatur und Rechtsprechung geschaffen, dabei werden sie uneinheitlich verstanden und verwendet.1 Überschneidungen bestehen insbesondere zwischen den Begriffen Wegezeit, Dienstreisezeit sowie allgemeiner Reisezeit. Daneben sind modifizierte Begriffsbildungen zu nennen, die ebenso unterschiedlich verwendet werden, wie betriebliche Wegezeiten, Dienstreisezeiten oder dienstliche Wegezeiten.2

Nur scheinbar übereinstimmend wird als Wegezeit diejenige Zeit angesehen, die der Arbeitnehmer aufwendet, um von zu Hause zum Betrieb und wieder zurück zu gelangen.3 Die Definitionsfrage ist – wie sich nachfolgend zeigen wird – wesentlich komplexer. Probleme bilden insbesondere Grenzfälle zwischen Freizeit und Arbeit. Nicht selten stellt sich die Frage, in welchen Fällen es sich nicht mehr um die Anfahrt zum Arbeitsplatz handelt, sondern schon um einen Teil der Arbeitszeit. Wird die Arbeitsleistung nicht stets am selben Arbeitsplatz erbracht, sondern auf wechselnden Arbeitsstätten, gibt es zwei Möglichkeiten die Arbeitsstätte zu erreichen. Der Arbeitnehmer kann zunächst die eigentliche Betriebsstätte anfahren und sodann die Arbeitsstätte aufsuchen. Er kann aber auch die Arbeitsstätte von zu Hause aus direkt anfahren. Wirtschaftlich sinnvoll ist es, dies von der geografischen Lage von Wohnort, Betriebsstätte und tatsächlicher Arbeitsstätte abhängig zu machen und den kürzesten Weg zu...

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