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Geschichte, Politik und Poetik im Werk Rudolf Alexander Schröders

Kontinuität und Variation

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Yvonne Zimmermann

Das Werk Rudolf Alexander Schröders steht symptomatisch für die literarisch-kulturellen Bemühungen eines im frühen 20. Jahrhundert weit verbreiteten ästhetischen Konservatismus. Die Autorin befasst sich mit der Frage, wie Geschichtsverständnis, politischer Mitgestaltungswille und Poetik ineinandergreifen. Sie verdeutlicht die Aufwertung von Übersetzungen kanonischer Autoren, von wiederholenden Schreibverfahren und von verehrender Zitation. Die Aufarbeitung von nationalen Konzepten, Kulturkritik, Problemgeschichte, Übersetzungstheorie oder Hexametertheorien kontextualisieren Schröders Poetik, was die Autorin durch Archivalien belegt. Die Studie vertieft die Erforschung der mit Hofmannsthal, George und Zeitgenossen in den Blick genommenen literarischen Stoßrichtung des ästhetischen Konservatismus und verweist dadurch auf seine Breite.

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5. Das lyrische Werk: Variation vorhandener Elemente

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5.  Das lyrische Werk: Variation vorhandener Elemente

Schröder’s poems reveal his aspirations not only to reinstate a certain cultural heritage but also to align himself with contemporary issues. In light of cultural criticism, he connects the Deutsche Oden, war poetry and Römische Elegien via intertextual techniques to pretexts (Horace, Goethe). These poems moreover refer to national concepts and offer national role models in a mode of ‘Inner Emigration’.

Rudolf Alexander Schröders eigentliche literarische Ausdrucksform ist die Lyrik. Zwar experimentiert er auch in erzählender Literatur, scheint aber diese Versuche nicht weiter zu verfolgen.676 Mit dem umfangreichen Lyrikband der Gesammelten Werke hat Schröder die Produktion aus 50 Jahren geordnet. Einerseits teilt er hier in ‚weltliche‘ und ‚christliche‘ Lyrik, innerhalb dieser schließlich vorrangig nach gattungsorientierten Zuordnungen.677 Diese Trennung von geistlicher und weltlicher Lyrik entspricht einer alten Konvention und spiegelt Schröders Traditionswille.678 Sie ist programmatisch zu verstehen, zeigt sie den Dichter doch in einem allumfassenden Bild. Gleiches manifestiert sich durch die Setzung der Unterkategorien. Hätte die chronologische Ordnung eine Entwicklung im Werk erwarten lassen, schließt Schröder mit der Unterteilung nach Gattungen an formgeschichtliche Idealtypen an, die Entwicklungslinien verschweigen. Der einzelnen Gattung scheint damit eine konkrete Aussageform impliziert zu sein. Mithin kann man deshalb von einem enthistorisierten Aufbau des Lyrikbandes sprechen, der keine Hinweise auf verschiedene Entwicklungsstadien geben soll. Hier stellt sich freilich die Frage, ob dieses Selbstbild eingehalten werden kann. Die Forschung hat dies mit der...

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