Show Less
Restricted access

Narrative des Erasmus-Auslandsaufenthaltes: Freizeit, Liebe, Institution

Linguistische Studien zum sprachlichen Handeln in deutschen und spanischen Interviews

Series:

Vasco da Silva

Die Studie zeigt auf, wie ehemalige Erasmusstudierende ihre Auslandserfahrungen im narrativen Interview sprachlich wiedergeben. Schwerpunkt dieser Erzählungen ist dabei die bisher noch nicht beachtete Frage nach im Ausland eingegangenen Zweierbeziehungen mit Zielkulturangehörigen. Methodisch durch Konversationsanalyse und Funktionale Pragmatik unterstützt, untersucht der Autor das sprachliche Handeln der Interviewten vor dem Hintergrund institutioneller Einflüsse. So wird deutlich, wie sich das Freizeitverhalten von Erasmusstudierenden und der Wunsch nach Kontakten zu Zielkulturangehörigen gegenseitig bedingen. Ausführlich diskutiert der Autor im Hintergrund wirkende Wissensbestände und ihren Einfluss auf die Erzählungen im narrativen Interview.

Show Summary Details
Restricted access

1. Erasmus-Auslandsaufenthalt und Zweierbeziehung: Ziele und Fragestellungen

Extract

„Nos sentamos allí y estamos hablandono sé qué y entonces él me abrazó yhum… fue muy mono porque me dijo‚Te quiero.’ Pero me lo dijo al oído.“

(E4W: S 245)1.

1.    Erasmus-­Auslandsaufenthalt und Zweierbeziehung: Ziele und Fragestellungen

Seit über 25 Jahren fördert die Europäische Union (früher: Europäische Gemeinschaft) systematisch Auslandsaufenthalte von Studierenden. Insbesondere das Akronym Erasmus – European Action Scheme for the Mobility of University Students – steht für eine einzigartige Idee: Jungen Menschen wird die Möglichkeit gegeben, innerhalb ihres Studiums für maximal ein Jahr die Hochschule zu wechseln, in ein anderes Land zu gehen, neue Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. In keinem anderen Teil der Welt reisen so viele Studentinnen und Studenten regelmäßig und systematisch umher (vgl. Ferencz 2011: 86), womit „Erasmus zum größten und erfolgreichsten Studienaustauschprogramm der Welt“ wurde (Androulla Vassiliou in Europäische Union 2012: 3; vgl. auch Teichler 2004: 395). Diese Idee ist so erfolgreich, dass sie nunmehr auch auf andere Bereiche des so genannten Lebenslangen Lernens übertragen wurde (vgl. Europäische Union 2013). Dabei wird primär das Ziel verfolgt, ein für die Zukunft gerüstetes, mobiles, vernetztes, interkulturell sensibilisiertes und fremdsprachenaffines Europa zu bauen.

Diese globalen Anliegen, welche auch als abstrakte Zielmarken politisch-­sozialen Handelns bezeichnet werden können, erfahren ihre konkrete Umsetzung auf der individuellen Ebene bei den Teilnehmerinnen und Teil ← 11 | 12 → nehmern des Erasmusprogramms. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.