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Narrative des Erasmus-Auslandsaufenthaltes: Freizeit, Liebe, Institution

Linguistische Studien zum sprachlichen Handeln in deutschen und spanischen Interviews

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Vasco da Silva

Die Studie zeigt auf, wie ehemalige Erasmusstudierende ihre Auslandserfahrungen im narrativen Interview sprachlich wiedergeben. Schwerpunkt dieser Erzählungen ist dabei die bisher noch nicht beachtete Frage nach im Ausland eingegangenen Zweierbeziehungen mit Zielkulturangehörigen. Methodisch durch Konversationsanalyse und Funktionale Pragmatik unterstützt, untersucht der Autor das sprachliche Handeln der Interviewten vor dem Hintergrund institutioneller Einflüsse. So wird deutlich, wie sich das Freizeitverhalten von Erasmusstudierenden und der Wunsch nach Kontakten zu Zielkulturangehörigen gegenseitig bedingen. Ausführlich diskutiert der Autor im Hintergrund wirkende Wissensbestände und ihren Einfluss auf die Erzählungen im narrativen Interview.

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2. Das Erasmusprogramm als Erlebnis- und Erfahrungsraum

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2.    Das Erasmusprogramm als Erlebnis- und Erfahrungsraum

Die Erzählungen, welche im Fokus dieser Arbeit stehen, bearbeiten allesamt Erfahrungen, die Studierende während eines Auslandsaufenthaltes sammelten. Um diese Erlebnisse und Erfahrungen besser verstehen zu können, möchte ich zunächst das Rahmenprogramm Erasmus aus institutioneller Sicht vorstellen und einen kurzen Blick auf die Geschichte werfen, die nachzeichnet, wie sich die Zielstellungen des Programms – welche sich in Teilen auch in den Narrationen der von mir Interviewten wiederfinden – entwickelt haben. Am Beispiel von konkreten Handlungen, die Studierende zu Beginn ihres Auslandsaufenthaltes vornehmen, der Wohnungssuche sowie den ersten Kontakten in der Fremdsprache, stelle ich kollektive und individuelle Eigenschaften des Erasmus-­Auslandsjahres vor, die ebenso in den später betrachteten Erzählungen der Interviewten wieder zum Tragen kommen.

2.1.       Erasmus als institutionelles Programm

2.1.1.       Ziele des Erasmusprogramms

Seit 1987 fördert die Europäische Gemeinschaft – die heutige Europäische Union8 – systematisch die Mobilität von Studierenden während ihres Hochschulstudiums. Bei einer historischen Betrachtung allerdings wird deutlich, dass bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Bemühungen für ← 15 | 16 → einen internationalen Austausch begannen9. Stand dabei am Anfang zunächst die Überwindung der Teilung des europäischen Kontinents im Vordergrund (vgl. Teichler 2003: 321), rückte bald der Bildungsgedanke der Gemeinschaft stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei fällt auf, dass die Entwicklung der europäischen Mobilitätsprogramme mit den Empfehlungen und Beschlüssen von UNESCO und OECD Parallelen aufweisen (vgl. N...

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