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Narrative des Erasmus-Auslandsaufenthaltes: Freizeit, Liebe, Institution

Linguistische Studien zum sprachlichen Handeln in deutschen und spanischen Interviews

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Vasco da Silva

Die Studie zeigt auf, wie ehemalige Erasmusstudierende ihre Auslandserfahrungen im narrativen Interview sprachlich wiedergeben. Schwerpunkt dieser Erzählungen ist dabei die bisher noch nicht beachtete Frage nach im Ausland eingegangenen Zweierbeziehungen mit Zielkulturangehörigen. Methodisch durch Konversationsanalyse und Funktionale Pragmatik unterstützt, untersucht der Autor das sprachliche Handeln der Interviewten vor dem Hintergrund institutioneller Einflüsse. So wird deutlich, wie sich das Freizeitverhalten von Erasmusstudierenden und der Wunsch nach Kontakten zu Zielkulturangehörigen gegenseitig bedingen. Ausführlich diskutiert der Autor im Hintergrund wirkende Wissensbestände und ihren Einfluss auf die Erzählungen im narrativen Interview.

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4. Zur diskursiven Wiedergabe interkultureller Beziehungen

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4.    Zur diskursiven Wiedergabe interkultureller Beziehungen

‚Zweierbeziehungen‘ und ‚Auslandsaufenthalt‘ sind für Wissenschaftler_innen nicht direkt beobachtbar. Forschungspraktisch bedarf es demnach eines Erhebungsinstrumentes, welches einerseits in der Lage ist, die Zusammenhänge aus der Sicht derer möglichst breit zu erfassen, die solch eine Erfahrung gesammelt haben. Andererseits muss es den unterschiedlichen Ausprägungen der Beziehungsformen gerecht werden, da – wie wir im vorangegangenen Kapitel sahen – verschiedene Bedeutungen dem Konstrukt der „Beziehung“ beigemessen werden. Die ‚Betroffenen‘ erhalten bei einem offenen Zugang zum Feld selbst die Möglichkeit, ihre Version des Geschehens so wiederzugeben, wie sie es für richtig und notwendig erachten, verbunden mit ihren Interpretationen der eigenen Erfahrungen und Erlebnisse. Auch die Analysemethode muss unter diesen Gesichtspunkten ausgewählt werden: Welche Methode behält die Originalaussagen der Interviewten bei? Wie können diese in ihrem ursprünglichen Kontext wiedergegeben, evtl. gar zu Themenbereichen verdichtet werden? Die folgenden Ausführungen beleuchten das hier gewählte Erhebungsinstrument des narrativen Interviews, zeigen Ergebnisse auf, die im Bereich der linguistischen Erzählforschung zum Verständnis der hier gewonnenen Daten beitragen und diskutieren sprachwissenschaftliche Zugänge zu Erzählungen.

4.1.       Erzählen als methodischer Zugang zu subjektiven Erfahrungen

4.1.1.       Erhebungsmethode: Das narrative Interview

Das Auslandsjahr ist – per definitionem – ein temporär abgeschlossenes Konstrukt, welches die Erfahrungen und Erlebnisse bereits im Vorhinein in eine zeitliche Abfolge zwingt. Wie bereits aufgeführt, ist dieses Jahr hochgradig strukturiert und ritualisiert. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn auch das Erhebungsinstrument ‚narratives...

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