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Sozial verantwortete Selbstbestimmung in der Medizin

Ein anerkennungstheoretischer Ansatz selbstbestimmten Handelns

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Felix Krause

Die Arbeit untersucht Autonomie (Selbstbestimmung) als bedeutsame humane Fähigkeit und greift damit ein aktuell viel diskutiertes Thema in Theologie, Philosophie, Medizin und Medizinethik auf. Der Autor analysiert die Geltung, Interpretation, Reichweite und Anwendung von Selbstbestimmung, insbesondere im Kontext von Medizin, und fokussiert dabei die Bedeutung von sozialen Beziehungen und Institutionen für die Entwicklung und Ausübung der Fähigkeit zur Selbstbestimmung. In Anlehnung an Axel Honneths Anerkennungstheorie entwickelt der Autor ein selbstständiges Konzept von Autonomie in Form von sozial verantworteter Selbstbestimmung, das gerechtigkeitstheoretische Implikationen enthält und somit Anfragen an Staat, Gesellschaft und Individuum für die Ermöglichung von Selbstbestimmung des vulnerablen Menschen stellt.

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7. Schlussbemerkungen

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7.  Schlussbemerkungen

Die Debatten über Autonomie, das hat die hier vorliegende Arbeit ergeben, sind vielschichtig. Allein schon die Debatte, ob überhaupt sinnvoll von Autonomie gesprochen werden kann, umfasst vielfältige Positionen. Autonomie im Rahmen von anthropologischen Annahmen zu untersuchen, ermöglicht es, diese so zu fassen, dass einer göttlichen Determiniertheit des Menschen Einhalt geboten wird. Autonomie ist als Fähigkeit zu verstehen, die der Mensch erlernen kann, wobei diese Fähigkeit auch wieder verloren gehen kann. Dieser Fähigkeit wird eine hohe Relevanz zugeschrieben, wie in Kapitel 3 aufgezeigt wurde: Sie kann für Selbstverwirklichung und Steigerung des Wohlergehens als auch für die Übernahme von Verantwortung hilfreich sein. Damit wurde der Weg von der anthropologischen Annahme der Fähigkeit zur Selbstbestimmung hin zur Betonung des Werts der Autonomie in der Ethik gegangen.

Die systematische Auseinandersetzung in Kapitel 4 mit der Frage, ob ein individualistisches oder relationales Verständnis von Autonomie tragfähiger ist, lässt erahnen, dass viele Auseinandersetzungen eher „scheinbare“ als „tatsächlich“ problematische sind, da die Vertreter der jeweiligen Position inhaltlich oftmals enger beieinanderliegen als es propagiert wird. An vielen Stellen sind es lediglich Nuancen, die die Positionen unterscheiden, und nicht unüberwindbare „Gräben“. Sich dieses vor Augen zu führen, kann dabei helfen, die gesamte Debatte sachlicher und zielführender zu gestalten.

Ein Aspekt jedoch, der von Seiten der Theoretiker der relationalen Autonomie an das individualistische Autonomie-Konzept von Beauchamp und Childress gerichtet wird, ist...

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