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Interne Kapitalmärkte und interne Corporate Governance-Mechanismen

Eine empirische Untersuchung zur Wirkung von Anreizsystemen und Leitungsorganisationsformen auf die Kapitalallokationseffizienz diversifizierter deutscher börsennotierter Unternehmen

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Daniel Fallscheer

Durch geschäftsbereichsübergreifende Kapitalallokationen können diversifizierte Unternehmen Investitionen intern und somit unabhängig vom externen Kapitalmarkt finanzieren. Diese sogenannten internen Kapitalmärkte werden jedoch durchschnittlich ineffizient betrieben. Als eine Ursache werden mehrstufige Prinzipal-Agenten-Konflikte angesehen. Der Autor setzt an dieser Stelle an und untersucht mittels Panelregressionen die Wirkung von internen Corporate Governance-Mechanismen auf die Effizienz interner Kapitalmärkte. Sowohl für wertorientierte Anreizsysteme von Vorständen als auch für personelle Verflechtungen zwischen Vorständen und Geschäftsbereichsleitungen kann er positive Wirkungen auf die Allokationseffizienz nachweisen.

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Kapitel 1 - Einleitung

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Kapitel 1       Einleitung

1.1       Problemstellung

Allen Forderungen nach Fokussierung zum Trotz ist die Organisationsform des diversifizierten Unternehmens weiterhin stark verbreitet.1 Im Vergleich zu fokussierten Unternehmen vereinen diversifizierte Unternehmen nicht nur einen sondern mehrere Geschäftsbereiche unter einem Dach, die grundsätzlich auch als eigenständige Unternehmen am Markt auftreten könnten.2 Durch geschäftsbereichsübergreifende Kapitalallokationen können diversifizierte Unternehmen Investitionen intern und somit unabhängig vom externen Kapitalmarkt finanzieren.3 Ihnen kommt damit eine wesentliche Rolle bei der gesamtwirtschaftlichen Kapitalallokation zu.4 Dies zeigt auch eine Studie von Guedj et al. (2009), wonach diversifizierte US-amerikanische börsennotierte Unternehmen in den Jahren 1979 bis 2006 durchschnittlich 640 Mrd. $ pro Jahr intern über Geschäftsbereiche aktiv umverteilten. Dies entspricht ungefähr dem durchschnittlichen jährlichen Emissionsvolumen von Eigenkapital und Unternehmensanleihen i. H. v. 621 Mrd. $.5 ← 1 | 2 →

Der Mechanismus der Kapitalreallokation in diversifizierten Unternehmen wird als interner Kapitalmarkt (Internal Capital Market, kurz: ICM) bezeichnet.6 Der wissenschaftliche Nachweis der Existenz interner Kapitalmärkte wird durch eine Vielzahl an Studien erbracht.7 Ferner gilt es in der Literatur als unstrittig, dass interne Kapitalmärkte durchschnittlich ineffizient sind. Diversifizierte Unternehmen weisen demnach nicht den Geschäftsbereichen das knappe verfügbare Kapital zu, die über das relativ höchste Wertsteigerungspotenzial verfügen. Vielmehr kommt es mehrheitlich zu sog. sozialistischen Allokationsmustern. Bereiche mit relativ geringen Wertsteigerungsaussichten werden dabei von stark wertgenerierenden Bereichen quersubventioniert, obwohl eine reduzierte Kapitalzuweisung vorgenommen oder sogar gänzlich unterlassen werden sollte.8

Die Ineffizienz interner Kapitalmärkte...

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