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Interne Kapitalmärkte und interne Corporate Governance-Mechanismen

Eine empirische Untersuchung zur Wirkung von Anreizsystemen und Leitungsorganisationsformen auf die Kapitalallokationseffizienz diversifizierter deutscher börsennotierter Unternehmen

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Daniel Fallscheer

Durch geschäftsbereichsübergreifende Kapitalallokationen können diversifizierte Unternehmen Investitionen intern und somit unabhängig vom externen Kapitalmarkt finanzieren. Diese sogenannten internen Kapitalmärkte werden jedoch durchschnittlich ineffizient betrieben. Als eine Ursache werden mehrstufige Prinzipal-Agenten-Konflikte angesehen. Der Autor setzt an dieser Stelle an und untersucht mittels Panelregressionen die Wirkung von internen Corporate Governance-Mechanismen auf die Effizienz interner Kapitalmärkte. Sowohl für wertorientierte Anreizsysteme von Vorständen als auch für personelle Verflechtungen zwischen Vorständen und Geschäftsbereichsleitungen kann er positive Wirkungen auf die Allokationseffizienz nachweisen.

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Kapitel 7 - Schlussbetrachtung

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Kapitel 7       Schlussbetrachtung

Diversifizierte Unternehmen haben im Unterschied zu fokussierten Unternehmen die Möglichkeit, Investitionen unabhängig vom externen Kapitalmarkt zu finanzieren, indem sie die knappen finanziellen Ressourcen aktiv zwischen den unverwandten Geschäftsbereichen umverteilen. Wie eine Vielzahl vorheriger Studien empirisch nachgewiesen hat, wird dieser als interner Kapitalmarkt bezeichnete Reallokationsmechanismus jedoch durchschnittlich ineffizient betrieben. Dies belegt auch die vorliegende empirische Untersuchung diversifizierter deutscher börsennotierter Unternehmen.

Gemäß den vorherrschenden theoretischen Erklärungsmodellen ist diese Ineffizienz wesentlich auf einen zweistufigen Prinzipal-Agenten-Konflikt zwischen Anteilseignern und Unternehmensleitung (erste Konfliktebene), sowie zwischen Unternehmens- und Geschäftsbereichsleitung (zweite Konfliktebene) zurückzuführen. Die vorliegende Arbeit hat die Forschungslücke aufgegriffen, wonach gegenwärtige empirische Studien noch kein vollständig konklusives Bild über die Wirkung des zweistufigen Prinzipal-Agenten-Konflikts in internen Kapitalmärkten liefern können. Zum Schließen dieser Forschungslücke wurde die Wirkung unterschiedlicher Ausgestaltungsformen interner Corporate Governance-Mechanismen auf die Allokationseffizienz analysiert. Grundlage hierfür bildete ein Paneldatensatz mit 227 Berichtsjahren von 67 diversifizierten deutschen börsennotierten Unternehmen. Durch die Einschränkung der Grundgesamtheit auf Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland konnten erstmals umfassend die für die Ausprägung von Prinzipal-Agenten-Konflikten maßgeblichen Spezifika der deutschen Aktionärsstruktur sowie des deutschen Corporate Governance- und Finanzsystems berücksichtigt werden.

Wie im Rahmen der Hypothesenherleitung gezeigt werden konnte, sind aus der Vielfalt der Ausgestaltungsmöglichkeiten der Anreizsysteme von Vorständen besonders wertorientierte variable Vergütungsbestandteile dazu geeignet, Konflikte auf der ersten Ebene zu mindern und somit eine Steigerung der Allokationseffizienz zu...

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