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Carl Stumpfs Berliner Phonogrammarchiv

Ethnologische, musikpsychologische und erkenntnistheoretische Perspektiven

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Edited By Martin Ebeling

Der Band versammelt Vorträge, die auf der 4. Jahrestagung der Carl-Stumpf-Gesellschaft gehalten wurden. Die Tagung fand im Ethnologischen Museum Berlin und dort an dem von Carl Stumpf 1900 gegründeten Phonogrammarchiv statt. Dementsprechend behandeln die meisten Beiträge Forschungen der Musikethnologie aus unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Perspektiven. Der Band präsentiert sowohl aktuelle Arbeiten als auch Untersuchungen, die an die Forschungen von Stumpf oder seinen Schülern anknüpfen. Daneben diskutieren die Autoren Schriften von Stumpf zur Psychoakustik sowie zur musikpsychologischen Forschung und reflektieren die erkenntnistheoretischen Grundlagen von Stumpfs Werk (Wahrscheinlichkeit, Brentano und Stumpf zur Tonpsychologie, Gestaltpsychologie).

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Musikpsychologische Aspekte beim Tötungsritual in den ‘Cham-Tänzen Ladakhs

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Zusammenfassung

Die ‘cham-Tänze in Tibetisch-Buddhistischen Klöstern sind sakrale, musikbegleitete Maskentänze, die für ein öffentliches Publikum bestimmt sind. Die rituellen Tänze, von Mönchen ausgeführt, unterscheiden sich je nach buddhistischer Tradition, welcher das betreffende Kloster angehört. Jedoch laufen alle ‘cham-Feste auf ein zentrales Moment hinaus – das der rituellen Tötung einer Teigpuppe. Die Tötung dieser anthropomorphen Teigpuppe (genannt ling ga) wird als ein Akt der Befreiung und Transformation verstanden, in welchem mittels klar strukturierter Vorgehensweisen negative Kräfte in positive überführt werden. Die tänzerische Ausgestaltung des Rituals, die verwendeten Ritualgegenstände sowie die Sakralmusik, die den Verlauf begleitet, sind klosterspezifisch. Dennoch prägen viele klosterübergreifende Aspekte den Verlauf der Tänze. Da dieser performative Akt für ein Laienpublikum bestimmt ist und in dieser Hinsicht eine edukative Komponente besitzt, wirkt die Musik unterstützend als Indikator für einzelne Abschnitte und Höhepunkte des Rituals. Der Aufbau der Tänze schafft somit einen Spannungsbogen, der von der Musik begleitet oder gar gestützt wird.

Welche Elemente in der Musik sind es aber, die dem Zuschauer die Wechselwirkungen von Spannung und Auflösung im Ritual emotional verständlich machen? Wie erfolgt der Einsatz der tibetischen Sakralmusik im Verlauf des Geschehens und wie kann seine Wirkung im Bezug auf das Ritual musikpsychologisch gedeutet werden? Ausgehend von den musikpsychologischen Forschungen Carl Stumpfs, sollen die auditiven Aspekte des ling-ga-Rituals betrachtet werden. Dabei werden Stumpfs Überlegungen zu den Anf...

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