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Danzig/Gdańsk als Erinnerungsort

Auf der Suche nach der Identität im Werk von Günter Grass, Stefan Chwin und Paweł Huelle

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Joanna Bednarska-Kociołek

Danzig/Gdańsk war im 20. Jahrhundert mehrmals Schauplatz der Weltgeschichte: Hier brach der Zweite Weltkrieg aus und hier entstand die polnische Gewerkschaft ‚Solidarnos´c´’. Die Autorin untersucht das literarische Bild der Stadt als doppelten Erinnerungsort bei Günter Grass, Stefan Chwin und Paweł Huelle. Vergleichend arbeitet sie heraus, wie die Schriftsteller die kulturelle Diversität der Stadt vor dem historischen Hintergrund ästhetisch zum Ausdruck bringen und die identitätsstiftende Funktion Danzigs/Gdańsks literarisch diskutieren.

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IV. Günter Grass. Identität der Stadt zwischen Multikulturalität und Nationalismus

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1. „Verlust als Voraussetzung für Literatur“242

Ich stamme… aus Danzig, kann also, am Beispiel meiner Heimatstadt, genau demonstrieren, zu welch unwiderruflichen Verlusten deutsche Hybris geführt hat. Ich erhebe sogar den Anspruch, mit mehr Recht und genauerer Kenntnis vom Verlust meiner Heimat sprechen zu dürfen, als es der General de Gaulle mit nationalistischem bis tragikomischem Zungenschlag tut.243

Der Verlust der Heimat ist für die Entwicklung von Günter Grass’ Werk ein Schlüsselbegriff. Grass spricht des Öfteren „als Schriftsteller und als jemand, der seine Heimatstadt verloren hat“244 und beschwört immer wieder die Vergangenheit: „Vergangene Dinge, Rudimente, die man wiederfindet, eine Erinnerung an Etwas, an ein Brausepulver, was immer auch, eröffnet ein bestimmtes Zeitklima, eine Aura, die vergangen ist, die aber wieder heraufbeschworen werden kann.“245

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