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Historisch syntaktisches Verbwörterbuch

Valenz- und konstruktionsgrammatische Beiträge

Series:

Edited By Albrecht Greule and Jarmo Korhonen

Das Buch vereinigt 15 Beiträge zur historischen Valenzforschung. Die Autoren dokumentieren den gegenwärtigen Stand der Forschung und unterstützen zugleich Bestrebungen für ein Wörterbuch, das die Entwicklung der Valenz deutscher Verben im Überblick beschreibt. Dazu wird die grundlegende Korpusfrage diskutiert. Ferner erörtern die Autoren an ausgewählten Beispielen, wie die Verbumgebung im Satz auf den historischen deutschen Sprachstufen festzustellen ist. Neu sind Beiträge, die sich mit dem Verhältnis von historischer Valenz und Konstruktionsgrammatik auseinandersetzen.

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Brechen, brennen, braten. Zur Entwicklung antikausativer Verben im Deutschen

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Volker Harm

Brechen, brennen, braten Zur Entwicklung antikausativer Verben im Deutschen

Abstract: On the basis of several case studies, it is demonstrated that the causative/anticausative alternation in German verbs like brechen is the result of a diachronic process going from the causative to the anticausative reading. For this semantic development, the existence resp. absence of a definite result state of the verbs involved seems to be critical. The perfect participle of transitives is identified as context for the reanalysis.

1.    Das Problem

Im Deutschen gibt es eine Reihe von Verben, die insofern ein ungewöhnliches Valenzmuster aufweisen, als sie sowohl transitiv als auch intransitiv verwendet werden können. Es handelt sich dabei um Verben wie brechen, reißen, verbrennen, braten, brutzeln, kochen oder rollen. In synchronen Beschreibungen wird in der Regel die transitive Variante als grundlegend und das Intransitivum als sekundär angesehen. Dementsprechend werden die Intransitiva als „rezessiv“ (Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997, 1863) oder „antikausativ“ (Haspelmath 2004, 1132) bzw. „dekausativ“ (Härtl 2003, 883) bezeichnet. Die intransitive Ausprägung des Verbs wird dabei – so eine gängige Annahme, die etwa bei Haspelmath (2004, 1132 f.) formuliert ist – durch eine Unterdrückung des Agens aus dem Transitivum abgeleitet; diese „Demovierung“ des Agens führt dann in einer Sprache wie dem Deutschen, deren Satzbaumuster ein Subjekt verlangt, dazu, dass der Patiens in die Subjektposition angehoben wird. In diesem Punkt kann eine Übereinstimmung der Antikausativa mit dem Passiv gesehen werden: „The anticausative is similar to the...

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