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Historisch syntaktisches Verbwörterbuch

Valenz- und konstruktionsgrammatische Beiträge

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Edited By Albrecht Greule and Jarmo Korhonen

Das Buch vereinigt 15 Beiträge zur historischen Valenzforschung. Die Autoren dokumentieren den gegenwärtigen Stand der Forschung und unterstützen zugleich Bestrebungen für ein Wörterbuch, das die Entwicklung der Valenz deutscher Verben im Überblick beschreibt. Dazu wird die grundlegende Korpusfrage diskutiert. Ferner erörtern die Autoren an ausgewählten Beispielen, wie die Verbumgebung im Satz auf den historischen deutschen Sprachstufen festzustellen ist. Neu sind Beiträge, die sich mit dem Verhältnis von historischer Valenz und Konstruktionsgrammatik auseinandersetzen.

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Zur Diachronie des Sprichworts Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

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Abstract: The German proverb Wer zuerst kommt, mahlt zuerst started as a medieval Latin legal maxim. It is first registered in German in the “Sachsenspiegel”, and variants as well as anti-proverbs appear in proverb collections and literary works from the Middle Ages to today. Despite its continued popularity, the English equivalent First come, first served with the same medieval Latin source is now gaining ground in German.

1.    Einleitung

Der sich über Jahrhunderte erstreckende Bereich von Handwerk und Gewerbe hat sich in zahlreichen Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten niedergeschlagen (Röhrich/Meinel 1971; Strich/Richey 1983), und das gilt selbstverständlich auch für den Beruf des Müllers und seiner Wasser- oder Windmühle. Der Müller hat bis in die Neuzeit eine bedeutende Rolle im Leben der Bauern gespielt, die mit Bezug auf das Mahlen ihres Getreides völlig von ihm abhängig waren. Das Bild des begüterten Müllers und seiner imposanten Mühle war jedem bekannt, und da kam es zuweilen zu Neid und Streit, wo der Müller in der Auslieferung des Mehls der Unehrlichkeit beschuldigt wurde. So entstand eine ganze Volkskunde um den fragwürdigen Müller, die sich in Märchen, Sagen, Schwänken, Volksliedern sowie Sprichwörtern und Redensarten niedergeschlagen hat (vgl. Bausinger 1961; Gleisberg 1954; Neumann 1999). Sprichwörtliches wie Zuviel Wasser ertränkt den Müller, das ist Wasser auf jemandes Mühle, zwischen die Mühlsteine geraten und Jeder leitet das Wasser auf...

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