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Zwischen Legitimation und Inspektion

Die Rheinlandreise Napoleon Bonapartes im Jahre 1804

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Ria Mager

Wenige Monate nach seiner Kaiserproklamation und vor seinem ‚Sacre‘ in Paris bereiste Napoleon Bonaparte die rheinischen ‚Départements réunis‘. Diese Rheinlandreise im Jahre 1804 stellt ein zentrales Element der Legitimation des ersten Kaisers der Franzosen dar. Die Autorin untersucht die innen- und außenpolitischen Aspekte, die Zielsetzung, die Umsetzung und die Wirkung dieser Reise, die Napoleon mittels einer aufwendigen Bild- und Symbolsprache und durch konkrete politische Handlungen als rechtmäßigen Herrscher erscheinen lassen sollte.

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Schlussbetrachtung und Ausblick

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Die Rheinlandreise Napoleon Bonapartes fand 1804 aus einer komplexen innen- und außenpolitischen Notwendigkeit heraus statt, die sich durch die Kaiserproklamation begründete. Napoleon, der es als unverzichtbar ansah, seine Rechtmäßigkeit als Kaiser, die über die eines grand homme hinausging, nach innen und außen zu demonstrieren, sah im Herrschereinzug das geeignete symbolpolitische Instrument und im Rheinland den idealen Ort, um einem breiten Adressatenkreis seine vielschichtige Legitimität zu präsentieren und auf diese Weise sein Kaisertum zu konsolidieren.

Die Analyse des napoleonischen Herrschereinzugs sowie der Festdekoration in den rheinischen Städten legt die vielschichtig konstruierte Ikonographie Napoleons offen. So behauptete Napoleon mittels des zentral geplanten Einzugs in die rheinischen Städte in einem Atemzug die Partizipation der Bürger an seiner Macht und die historisch-dynastische Kontinuität, die seiner Herrschaft zugrunde lagen. Zudem bot ihm der Besuch im Aachener Dom die Möglichkeit, sich vor Ort und auf direkte Weise als Erbe Karls des Großen, seinem illustre prédecesseur, zu präsentieren. Auch mit Hilfe dieser Inszenierung konnte er seine nationale wie monarchische Legitimität betonen und die Interessen entgegengesetzter politischer Lager zusammenbringen, was seiner damaligen innenpolitischen Linie der Politique de fusion entsprach. Die Inszenierung als neuer Karl der Große war umso effektvoller, als dass Franz II. sich gezwungen sah, ihn in Aachen als französischen Kaiser anzuerkennen – womit der römisch-deutsche Kaiser seinen Anspruch auf den Status als Herrscher des Abendlandes zugunsten Napoleons aufgab. Außerdem konnte Napoleon im Rheinland, wo...

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