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Familie und Identität in der Gegenwartsliteratur

Edited By Goran Lovrić and Marijana Jeleč

Dieser Band versammelt Beiträge der literaturwissenschaftlichen Konferenz «Familie und Identität in der Gegenwartsliteratur», die im Mai 2015 an der Universität Zadar (Kroatien) stattfand. An Fallbeispielen deutschsprachiger Literatur sowie anderer Nationalliteraturen, die eine Verbindung zur deutschen Geschichte, Kultur und Nation aufweisen, machen die Beiträge die thematische und motivische Vielfalt des zeitgenössischen Familien- bzw. Generationenromans sichtbar. Zum Vorschein kommen genretypische und thematische Einheiten, wie die Häufung von Frauen als Autorinnen und Protagonistinnen der Familiengeschichten sowie der Kontext der Minderheiten- und Migrantenliteratur bzw. der inter- und transkulturellen Literatur.

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Sonja E. Klocke - Die Familie erinnern, die (untergehende) DDR erinnern: Marion Braschs Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie

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Sonja E. Klocke

Die Familie erinnern, die (untergehende) DDR erinnern: Marion Braschs Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie

Abstract This article examines Marion Brasch’s novel Ab jetzt ist Ruhe (2012) with a focus on the intersection between family and politics. Far more than a narrative that supports the author in her desire to come to terms with her family, the history of the Braschs serves as a mirror for 20thcentury German, and specifically GDR history. This analysis reveals the significance of the father as a representative of the state, and highlights how the novel plays with memories of the GDR ranging from a dictatorship to a progressive state. Marion Brasch thus participates in the process of establishing a memory culture of the GDR.

Im Jahr 2012 erschien Marion Braschs Roman Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie. Er wurde von der Kritik lebhaft aufgenommen, verlangten doch der Nachname der Autorin wie auch der Untertitel Aufmerksamkeit. Der Name „Brasch“ verweist sowohl auf die Funktion von Vater Horst Brasch in der Kulturpolitik der DDR als auch auf die gesellschaftliche Stellung der Brüder Thomas, Klaus und Peter Brasch – ungeachtet der Tatsache, dass die Familienmitglieder im Roman nicht namentlich genannt werden. Ferner werfen die Gattungsbezeichnung und das zweideutige Adjektiv „fabelhaft“ Fragen auf. Welche Fabeln werden uns hier aufgetischt und welche unterliegen der Familiengeschichte? Der Prolog betont bereits, die diversen familienintern vorhandenen Versionen einer Geschichte, nämlich der vierjährigen, innerhalb von...

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