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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Der kranke Pfarrer. Zu zwei Zeichnungen von Eduard Mörike (Ulrich Ott)

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Ulrich Ott

Der kranke Pfarrer. Zu zwei Zeichnungen von Eduard Mörike

Die Verbindung zwischen Hans-Albrecht Koch und dem Verfasser dieses Beitrags reicht weit zurück. Am Philologischen Seminar der Universität Tübingen (die Klassischen Philologen dort halten mit dieser Bezeichnung auch heute noch an dem Bewusstsein fest, dass ihre Disziplin die Mutter aller andern Philologien ist) pflegten ältere Studenten Lektürekurse für jüngere abzuhalten, ergänzend zum Vorlesungsprogramm. Da ich an einer Dissertation über den hellenistischen Dichter Theokrit saß, fielen mir – es muss 1963 oder 1964 gewesen sein – die entsprechenden Lektürekurse zu. An einem oder zweien nahm Hans-Albrecht Koch teil. Daran erinnerten wir uns gern bei späteren Begegnungen, sei es in bibliothekarischem Rahmen, sei es in Marbach, dessen Literaturarchiv ich zu leiten hatte und das ihn oft unter seinen Benutzern sah. Für den folgenden Beitrag schlägt aber die alte Arbeitsgemeinschaft an hellenistischer Literatur auch eine thematische Brücke, zum Dichter Eduard Mörike wie zum Übersetzer Theokrits, der er auch war.

Eduard Mörike hat neben seinem schriftstellerischen Werk ein Corpus von ungefähr 450 Zeichnungen hinterlassen. Er gehörte nicht zu jenen Doppelbegabungen, die sich mit der gleichen oder doch ähnlichen Meisterschaft der literarischen wie der bildenden Kunst verpflichtet fühlten, ETA Hoffmann etwa oder Gottfried Keller, Adalbert Stifter, Hermann Hesse oder Günter Grass. Er hätte selbst wohl nie von seinen Zeichnungen als von seinem zeichnerischen Werk gesprochen, obwohl er sein Leben und...

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