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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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„Das ist der Katzenraffael!“ Zu- und Abschreibungsgeschäfte, nicht fiskalisch (Jochen Meyer)

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Jochen Meyer

„Das ist der Katzenraffael!“ Zu- und Abschreibungsgeschäfte, nicht fiskalisch

„Die Abschreibung“, so belehrt uns WIKIPEDIA, „wird unter Beachtung handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Regelungen als Betriebsausgabe in der Gewinnermittlung berücksichtigt. Das Gegenteil der Abschreibung ist die Zuschreibung, die als Wertaufholung in Frage kommt, wenn in Vorjahren zu hohe Abschreibungen vorgenommen wurden.“ Ich versage mir die Fortsetzung des Zitats, denn Sie, lieber Herr Koch, wissen ohnehin, daß ich von dergleichen keine Ahnung habe, also wohl etwas anderes meine, wenn ich mich hier aus festlichem Anlaß mit Zu- und Abschreibungsgeschäften befassen will.

Wer nun glaubt, solche Beschäftigung führe aus dem Alltag von Wirtschaft und Politik in den stillen Winkel archivarischer Selbstgenügsamkeit, der unterschätzt den Stellenwert der hier gemeinten Geschäfte in unserer Tages- und Zeitungsaktualität. Als im vergangenen Jahr ein blutjunger Praktikant (Georg Kabierske) am Kupferstichkabinett der Karlsruher Kunsthalle viele bisher Friedrich Weinbrenner zugeschriebene, in zwei Klebealben aus seinem Nachlaß überlieferte Zeichnungen dem klassizistischen Architekten abschreiben und dem weltberühmten Radierer Giambattista Piranesi zuweisen konnte, da rückte die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe auf einen Spitzenplatz unter denjenigen Museen der Welt, die überhaupt Piranesi-Zeichnungen ihr eigen nennen, und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ war das mit Recht eine ganze Feuilletonseite wert, auf der Andreas Platthaus „Eine kunsthistorische Sensation“ annoncierte.1

Zu- und Abschreibungen gehören von jeher zum Metier der Kunsthistoriker und Museumsleute. Welcher Ausstellungsbesucher und Katalogleser hat sich nicht schon gewundert über die so ausführlichen wie detaillierten...

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